Weltweites Gedenken am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung

Vor 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Anlässlich dieses Gedenktages solidarisieren sich zahlreiche Menschen mit den Opfern des Holocaust.


Weltweit haben Politiker und religiöse Repräsentanten am Montag der Millionen Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht. Anlass dafür war der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945.

So warnte etwa UN-Generalsekretär António Guterres in diesem Zusammenhang vor einem Wiederaufleben der Nazi-Ideologie und weisser Überlegenheitsvorstellungen. Das Ausmass des Holocausts dürfe nicht kleingeredet und die Verantwortung der Täter nicht heruntergespielt werden, sagte er.

Auch der Weltkirchenrat sprach von «dramatisch» anwachsendem Antisemitismus. In vielen Ländern seien in den vergangenen Jahren vermehrt antijüdische Rhetorik und Gewalt zu verzeichnen gewesen, heisst es in einer Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Antisemitismus markiere oft den Beginn von Intoleranz und Gewalt gegen verschiedene Minderheiten.

Zwölf Jahre Stille

Im Kurznachrichtendienst Twitter bekundeten zahlreiche Menschen ihre Solidarität mit den Opfern des Nationalsozialismus. Unter dem Hashtag #WeRemember posteten auch die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer oder die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert-Walter Borjans ein Foto von sich mit dem Ausspruch. Der deutsche FDP-Chef Christian Lindner twitterte, «würde man eine Schweigeminute für jedes Opfer des Holocaust halten, wäre es 12 Jahre still».

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zeigte sich zusammen mit Kardinal Reinhard Marx mit einem entsprechenden #WeRemember-Schild.

Zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz wurden Vertreter aus fast 50 Staaten und rund 200 Holocaust-Überlebende erwartet. Sprechen sollte dort neben anderen der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. Lauder forderte Deutschland auf, seine Anstrengungen gegen rassistische und antisemitische Hetze im Internet zu verstärken. Den grössten Nachholbedarf gebe es im Kampf gegen Hass und Rassismus im Internet, sagte Lauder der «Bild»-Zeitung (Ausgabe vom Montag).

Eine Million Ermordete

Zunächst als Lager für polnische Häftlinge errichtet, entwickelte sich das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau seit 1941 zum grössten deutschen Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg. Mehr als eine Million Menschen wurden dort von den Nazis ermordet. Am 27. Januar 1945 erreichten Soldaten der Roten Armee den Lagerkomplex. Sie konnten noch rund 7500 Häftlinge befreien; alle anderen waren zuvor von der SS deportiert worden. Viele überlebten die Todesmärsche nicht. (epd/sda/vbu)