Weltkirchenrat

Rita Famos: «Teile Bezeichnung Apartheid für Israel nicht»

Der Weltkirchenrat hat Israel kürzlich «Apartheid» vorgeworfen. Die Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz distanziert sich von der Formulierung und erklärt, wieso diese «einstimmig» verabschiedet wurde.

Der Weltkirchenrat hat Ende Juni an seiner Tagung in Johannesburg Israels Umgang mit Palästinensern gerügt und als «Apartheid» bezeichnet (ref.ch berichtete). Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltkirchenrat genannt, wurde dafür teils scharf kritisiert.

Auch die Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), Rita Famos, ist mit der Formulierung nicht einverstanden. Auf der EKS-Website schreibt sie: «Ich teile die Bezeichnung Apartheid für Israel nicht. Sie trägt nicht zu einer Lösung bei, sondern polarisiert und verhärtet Fronten.»

Weil von einem einstimmigen Entscheid des Weltkirchenrats die Rede war, hätten viele angenommen, auch sie habe dieser Formulierung zugestimmt, schreibt Famos, seit 2023 Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses. «Das ist nicht korrekt.» Der ÖRK entscheide im Konsensverfahren. «Dies bedeutet, dass ein Ergebnis auch dann als Konsens gilt, wenn eine grosse Mehrheit zustimmt und eine Minderheit, die anderer Meinung ist, den Prozess als fair anerkennt.»

Sie habe bei der Tagung in Johannesburg klar erklärt, dass sie mit dem Inhalt der Erklärung nicht einverstanden sei, sagt Famos: «Ich habe aber akzeptiert, dass meine Position angehört wurde und dass die Erklärung als Meinung der Mehrheit veröffentlicht werden kann.» 

Der ÖRK umfasst derzeit rund 350 Mitgliedskirchen mit weltweit mehr als 580 Millionen Christen. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet mit dem Weltkirchenrat aber zusammen. (hz)

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