Tagung in Südafrika
«Apartheid»: Weltkirchenrat prangert Israel an
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), auch Weltkirchenrat genannt, wirft Israel vor, ein Apartheid-System gegenüber Palästinensern zu praktizieren. Das Land verstosse eklatant gegen das humanitäre Völkerrecht, die Menschenrechte und grundlegende moralische Prinzipien, erklärte der Zentralausschuss bei seiner Tagung in Johannesburg.
Der Begriff «Apartheid» mit Bezug auf Israel ist in der Ökumene umstritten. Auf der ÖRK-Vollversammlung 2022 in Karlsruhe vermied man diese Einstufung noch – unter anderem aus Rücksicht auf jüdisch-christliche Verbände und Antisemitismus-Beauftragte.
Das Gremium betont die Unterscheidung zwischen dem jüdischen Volk und den Handlungen der israelischen Regierung. Zugleich verurteilt es jede Form von Rassismus – einschliesslich Antisemitismus, antiarabischem Rassismus und Islamfeindlichkeit.
Der ÖRK fordert Staaten, Kirchen und internationale Institutionen auf, bei Völkerrechtsverstössen Konsequenzen zu ziehen, etwa durch Sanktionen, Desinvestitionen und Waffenembargos. Die Arbeit internationaler Strafverfolgungsbehörden müsse uneingeschränkt unterstützt werden. (epd/ hz)