Wegleitung führt zu Diskussionen
Das Bündner Kirchenparlament behandelte an seiner Sitzung einen Antrag, wonach der Kirchenrat eine «Wegleitung für Behörden» ausarbeiten soll, wie einer Mitteilung vom 2. Juni zu entnehmen ist. Eine solche Wegleitung existiert bereits für Pfarrpersonen und Sozialdiakone, laut dem Antrag soll es neu auch eine für Kirchenvorstände geben.
Einige Räte fanden den Vorschlag «nützlich und hilfreich», gerade bei Konflikten. Andere fürchteten hingegen eine «weitere Reglementierung». Verfassung und Grundsatzpapier zur gemeinsamen Gemeindeleitung seien genug, sagte etwa der Churer Kirchgemeindepräsident Curdin Mark. Fred Schütz befürchtete, dass eine zu starke Reglementierung die Suche nach Vorständen erschweren könnte. Diese engagieren sich ehrenamtlich. Schliesslich überwiesen die Räte den Antrag mit 25 gegen 22 Stimmen bei 9 Enthaltungen an den Kirchenrat, der sich nun damit beschäftigen muss.
Neu in den Kirchenrat wurde Hanspeter Wildi gewählt. Er hat sich mit 36 von 55 Stimmen gegen Mitbewerber Georg Ragaz durchgesetzt. Wildi wird Nachfolger von Finanzchef Eugen Caduff, der per Ende Jahr von seinem Amt zurücktritt. Hanspeter Wildi ist gelernter Betriebsdisponent, Personalmagager und Mediator. Zudem amtet er als Präsident der Kirchgemeinde Grüsch/Fanas/Valzeina.
Weiter genehmigten die Räte die Rechnung 2021, die mit einem Plus von 2,92 Millionen Franken abschloss. Grund dafür waren laut der Mitteilung gute Steuer- und Vermögenserträge, sowie Veranstaltungen, die aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten. Ein Teil dieses Überschusses verwendet die Kirche für Vorfinanzierungen von kirchlichen Bauten, sowie für die Äufnung von Fonds. «Die finanzielle Lage der Landeskirche ist sehr solid», sagte Kirchenrat Eugen Caduff, «umso wichtiger ist es, Reserven für unsichere Zeiten anzulegen.» (mos)