Bündner Reformierte suchen neue Köpfe
Mit Miriam Neubert tritt im Evangelischen Grossen Rat (EGR) der Bündner Landeskirche eine bekannte Figur ab. Neubert hatte zuletzt Kritik geäussert am Verhalten der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) im Zusammenhang mit der Causa Locher. Neubert ist noch bis Ende Dezember im Kirchenrat, im neuen Jahr tritt sie ihre künftige Stelle an als Beauftragte für Personalentwicklungsfragen bei den Reformierten Bern-Jura-Solothurn.
Politiker stärker einbinden
An der Sitzung des EGR vom Mittwoch, 10. November 2021, ist Neubert offiziell verabschiedet worden, wie es in einer Mitteilung heisst. Ihre Nachfolge wird Anfang des kommenden Jahres bestimmt. Zurücktreten wird auch Kirchenrat Eugen Caduff. Als Finanzvorstand ist er noch bis Ende 2022 im Amt. Caduff habe die Vakanz ein Jahr im Voraus bekannt gegeben, damit für die Suche seiner Nachfolge ausreichend Zeit bleibe, erläuterte Stefan Hügli, Sprecher der Bündner Landeskirche, auf Anfrage.
Eine Rochade hat es im Kirchenrat im Vizepräsidium gegeben. Neuer Vizepräsident ist Pfarrer Thomas Müller-Weigl, der als Dekan die Synode leitet. Darüber hinaus ist Leonhard Kunz, Grossrat aus Fläsch, in die Geschäftsprüfungskommission gewählt worden.
Zudem hat der EGR an der Versammlung die Totalrevision seiner Geschäftsordnung verabschiedet. Schon bisher stand den evangelischen Mitgliedern des politischen Grossen Rates ein Sitz im EGR zu, wenn sie dieses Amt auch übernehmen wollten. Neu dürfen auch die Stellvertreter der politischen Grossräte einen Sitz für sich beanspruchen. Voraussetzung dafür ist laut Hügli, dass eine Person evangelischer Konfession sowie ausreichend zur Mitarbeit motiviert ist. Die politische Seite im EGR werde gestärkt, und das Parlament verfüge dadurch über mehr Know-how, betonte Hügli.
Steuereinnahmen sinken
Darüber hinaus hat der EGR das Budget für das kommende Jahr gutgeheissen. Gerechnet wird mit einem Minus von rund 100'000 Franken. Dieses sei unter anderem auf voraussichtlich tiefere Steuereinnahmen zurückzuführen, sagte Hügli. Finanzvorsteher Caduff blickt laut Mitteilung dennoch «verhalten optimistisch» auf 2022. Robert Heinz, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission, mahnte dagegen zu zurückhaltenden Ausgaben für neue Projekte. (jow)