Synode

Waadtländer Kirche nimmt letzte Hürde bei «Ehe für alle»

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt hat die «Ehe für alle» umgesetzt. Offene Fragen gab es zur Gewissensfreiheit von Pfarrpersonen.

Seit dem 1. Juli dieses Jahres dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz zivilrechtlich heiraten. Auch die meisten reformierten Kantonalkirchen haben die Ehe für alle geöffnet. Noch nicht so weit war man im Kanton Waadt. Zwar hat die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche im Sommer grundsätzlich Ja zur «Ehe für alle» gesagt. Für die Umsetzung musste aber zunächst noch die Kirchenordnung angepasst werden.

Dieser Prozess ist nun abgeschlossen. An ihrer Sitzung vom 4. und 5. November hat sich die Synode der Waadtländer Kirche für eine entsprechenden Änderung der Kirchenordnung ausgesprochen, wie das Portal «protestinfo.ch» berichtet.

Demnach mussten insgesamt sieben Artikel umgeschrieben oder angepasst werden. Für Debatten sorgte die sogenannte «Gewissensklausel». Sie sieht vor, dass Pfarrpersonen eine Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren aus Gewissengründen ablehnen dürfen. So wurde unter anderem die Befürchtung geäussert, Pfarrpersonen könnten strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie eine Trauung ablehnten.

Am Ende wurde aber auch dieser Artikel von den Synodalen gutgeheissen. Die neue Kirchenordnung tritt per sofort in Kraft. (no)