Vereinte Nationen beklagen Jobsituation von zwei Milliarden Menschen

Im Weltarbeitsbericht hat die Uno die Arbeitsbedingungen von rund zwei Milliarden Beschäftigten angeprangert. Die Menschen müssten sich mit unterbezahlten und sozial nicht abgesicherten Jobs begnügen.


Ein grosser Teil der Weltbevölkerung arbeitet in prekären Verhältnissen. Rund 61 Prozent der insgesamt 3,3 Milliarden Erwerbspersonen sei im informellen Sektor tätig, heisst es in dem Weltarbeitsbericht der Uno. Also jenem Teil der Wirtschaft, dessen wirtschaftliche Tätigkeiten nicht in der offiziellen Statistik erfasst sind. In Entwicklungsländern gehören die Herstellung und der Verkauf von Produkten auf lokalen Märkten und einfache Dienstleistungen dazu.

Die Betroffenen hätten oft überhaupt keine Rechte und müssten jederzeit mit einem Ende der Tätigkeit rechnen. Rund 700 Millionen Menschen hätten zwar einen Job, sie lebten aber trotzdem in Armut, viele davon in extremer Armut mit weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag.

172 Millionen Arbeitslose

Die Uno gab die weltweite Zahl der Arbeitslosen 2018 mit 172 Millionen an, was einer Arbeitslosenrate von fünf Prozent entspreche. Bis 2020 werde die Zahl der Menschen ohne Job auf 174 Millionen steigen. Allerdings liege die Dunkelziffer vermutlich weitaus höher, da die Erfassung der Arbeitslosigkeit in vielen Ländern mangelhaft sei.

Die Arbeitsorganisation beklagte zudem die hohe Beschäftigungslosigkeit bei jungen Menschen. Mehr als 20 Prozent der Frauen und Männer unter 25 Jahren hätten weder eine Arbeitsstelle noch seien sie in einer Aus- oder Weiterbildung. Je länger ihre Untätigkeit dauere, desto stärker würden ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt eingetrübt. (epd/bat)