USA

Schriftzug «Black Lives Matter» entfernt

Ein Schriftzug in der Nähe des Weissen Hauses erinnert an den gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd. Auf Initiative der Republikaner wird das Mahnmal jetzt demontiert.
Den Republikanern war der Schriftzug «Black Lives Matter» ein Dorn im Auge. Jetzt muss er weg. (Bild: Jacquelyn Martin / Keystone)

Offenbar unter politischem Druck der Republikanischen Partei hat die US-Hauptstadt Washington am Montag mit der Entfernung des «Black Lives Matters»-Wahrzeichens in Sichtweite des Weissen Hauses begonnen. Im Einsatz waren Bauarbeiter mit Pressluftbohrern. Der zwei Blocks lange Schriftzug mit mehr als zehn Meter hohen gelben Buchstaben war nach dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd in Polizeihänden im Mai 2020 geschaffen worden. Millionen Menschen demonstrieren landesweit gegen Polizeibrutalität und Rassismus.

Washingtons demokratische Bürgermeisterin Muriel Bowser hat den bemalten Strassenabschnitt damals in «Black Lives Matter Plaza» umbenannt und als «permanente Einrichtung» gefeiert. Vor wenigen Tagen teilte Bowser jedoch mit, «Black Lives Matter» müsse weg. Der Schriftzug habe einmal «eine wichtige Rolle gespielt», doch nun gehe es darum, dass «unsere Einwohner und unsere Wirtschaft überleben». Sie habe mit dem Weissen Haus gesprochen, und dort könne man den Schriftzug nicht leiden, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

US-Präsident Donald Trump hatte in seiner ersten Amtsperiode «Black Lives Matter»-Demonstranten als Terroristen und Gangster beschimpft und anscheinend den Einsatz des Militärs in Betracht gezogen. Der republikanische Kongressabgeordnete Andrew Clyde drohte der Stadt Washington vergangene Woche mit dem Entzug von Subventionen, sollte «Black Lives Matter Plaza» nicht in «Freiheitsplatz» umbenannt werden.

Trumps Regierung hat mehrere Umbenennungen beschlossen. Am bekanntesten ist das Dekret, den Golf von Mexiko südlich der USA Golf von Amerika zu nennen. Den Denali-Berg in Alaska, den höchsten Berg Nordamerikas, lässt Trump wieder Mount McKinley nennen, nach dem republikanischen Präsidenten William McKinley (1897-1901). Auch zwei Militärstützpunkte in den USA sind umbenannt worden.

Vergangene Woche hat Trump das Anahuac-Tierschutzgebiet in Texas «Jocelyn Nungaray National Wildlife Refuge» umbenannt. Die Zwölfjährige wurde angeblich von zwei Männern aus Venezuela ohne Papiere in den USA ermordet. Im Wahlkampf hatte Trump viel über den Fall gesprochen. (epd/ no)

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