Krieg in der Ukraine

UN bezeichnen russische Kindesentführungen als Verbrechen

Russland hat mindestens 1200 Kinder aus besetzten Gebieten in der Ukraine verschleppt. Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen verurteilt die Verschleppungen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die gewaltsamen Deportationen von Kindern durch die russischen Besatzer seien weit verbreitet und systematisch, erklärte der Vorsitzende der UN-Untersuchungskommission zur Ukraine, Erik Møse, in Genf. Bei dem Vorgehen handle es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Kommission habe die Deportation von 1205 Kindern bestätigt und Kenntnis von vielen weiteren Fällen, sagte er vor dem UN-Menschenrechtsrat. In den meisten untersuchten Fällen hätten die russischen Behörden die Eltern oder Erziehungsberechtigten nicht über Schicksal und Verbleib der deportierten Kinder informiert. Dies habe zu langwierigen Trennungen, Leiden und Qualen geführt.

Vier Jahre nach der Verschleppung seien 80 Prozent dieser Kinder noch nicht zurückgekehrt. Die russischen Behörden hätten die langfristige Unterbringung der Kinder in Familien oder Einrichtungen organisiert. Das sei in Russland oder in besetzten ukrainischen Gebieten geschehen.

Die Beweise zeigten, dass diese Handlungen auf einem sorgfältig organisierten Plan beruhten. Sie seien gemäss einer Politik begangen worden, die auf höchster Ebene der russischen Regierung und der regionalen Behörden konzipiert worden sei. Die Deportationen hätten kurz vor der vollständigen Invasion der Ukraine durch Russland im Februar 2022 in ukrainischen Gebieten begonnen, die schon damals unter russischer Kontrolle gestanden hätten.

Die Kommission legte dem UN-Menschenrechtsrat einen Bericht zu den Deportationen und anderen russischen Verbrechen in der Ukraine vor. Nach der russischen Vollinvasion hatte der Rat die Kommission eingesetzt. (epd/ dst)

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