Kinderrechte

Unicef-Foto des Jahres zeigt Kinder in zerstörter Schule

Für sein Foto von zwei äthiopischen Kindern wurde der argentinische Fotograf Eduardo Soteras von der Unicef Deutschland ausgezeichnet. Die Siegerbilder des Wettbewerbs symbolisieren laut der Unicef den Durchhaltewillen von Kindern in Krisenregionen.

Bilder aus Äthiopien, der Ukraine und Afghanistan sind in Berlin als Unicef-Fotos des Jahres ausgezeichnet worden. «Das Siegerbild fordert uns auf, alles zu tun, damit Kinder auch unter den widrigsten Umständen spielen und lernen können», sagte Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender bei der Preisverleihung. Nur so könnten sie sich ihre Hoffnung und Zuversicht in Zeiten des Krieges und anderer Krisen erhalten, fügte die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hinzu.

Die Aufnahme des argentinischen Fotografen Eduardo Soteras zeigt zwei lesende Kinder in der zerstörten Bibliothek einer Grundschule in der äthiopischen Region Tigray.

Soteras dokumentiert seit 2020 die Situation in der Krisenregion Tigray im Norden von Äthiopien. Kinder seien die Hauptopfer des dortigen Krieges, sagte er bei der Preisverleihung. Es gebe eine grosse Anzahl von Vertriebenen in Teilen der Region, über die es keine Informationen gebe. «Ich glaube an Fotografie als ein Mittel für Veränderung», fügte der Träger des ersten Preises hinzu.

Mit dem zweiten Preis wurde ein Foto des amerikanischen Fotografen
Ron Haviv aus einem Souterrain in der ukrainischen Hauptstadt Kiew
ausgezeichnet. Eine Gruppe von Kindern, die dort vor den Angriffen
Zuflucht gesucht hat, blickt aufmerksam auf ein Kinderbuch, das ihnen
gezeigt wird.

Der deutsche Fotograf Daniel Pilar erhielt für eine Reportage über
Schülerinnen einer heimlichen Mädchenschule in der afghanischen
Hauptstadt Kabul den dritten Preis. Pilar betonte, nicht nur für
Mädchen sei die Schulsituation in Afghanistan schlecht. 50 Prozent
des Bildungssystems funktionierten dort nicht. Seit die Taliban im
August 2021 erneut die Macht in Afghanistan übernahmen, ist Mädchen
der Besuch weiterführender Schulen wieder verboten.

Hintergrund der diesjährigen Einsendungen seien Krieg, Armut,
Unterdrückung, Flucht und Krankheit gewesen, sagte Peter-Matthias
Gaede vom Deutschen Unicef-Komitee. Der Hunger nach Wissen und
Bildung sei das verbindende Element der preisgekrönten Bilder in
diesem Jahr. Sieben weitere Foto-Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor, darunter Arbeiten aus Indonesien, Italien und Rumänien.

Die Siegerbilder zeigten das Positive im gegenwärtigen Chaos der
Welt, betonte der Vorsitzende der Jury, Klaus Honnef: «Die Kinder auf
diesen Fotos symbolisieren die Kraft und den Willen durchzuhalten und
weiter nach einer besseren Zukunft zu streben.»

Mit dem Unicef-Foto des Jahres prämiert Unicef Deutschland seit
dem Jahr 2000 Fotos und Fotoreportagen, die die Lebensumstände von
Kindern weltweit dokumentieren. Die Bilder sind auf der Website von Unicef zu sehen (epd/pef)