UN warnen vor massiven Hungersnöten

Der UN-Sicherheitsrat befürchtet, dass in drei Dutzend Ländern Hungersnöte ausbrechen könnten. Bislang seien 135 Millionen Menschen von den schlimmsten Formen des Hungers betroffen.


Das Welternährungsprogramm hat im UN-Sicherheitsrat vor Hungersnöten von «biblischen Ausmassen» als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. Viele Millionen Menschen in armen Ländern seien akut von wachsender Lebensmittelknappheit bedroht, sagte der WFP-Exekutivdirektor, David Beasley, in einer virtuellen Sitzung des Weltsicherheitsrates in New York.

Die Weltgemeinschaft müsse dringend handeln, um eine «Hunger-Pandemie» noch abzuwenden. Beasley betonte, dass in drei Dutzend Ländern Hungersnöte ausbrechen könnten. Rund 130 Millionen Kinder, Frauen und Männer könnten an den Rand des Verhungerns geraten. Bislang seien 135 Millionen Menschen von den schlimmsten Formen des Hungers betroffen. Die Corona-Pandemie würde die Zahl somit verdoppeln.

Grosser Einkommensausfall in armen Ländern

Es bestehe die reale Gefahr, dass mehr Menschen infolge der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sterben würden als an der Krankheit selbst, erklärte Beasley. Die Lockdowns und die sich abzeichnende globale Rezession führten zu einem grossen Einkommensausfall in armen Ländern. So sei beispielsweise Äthiopien stark vom Tourismusgeschäft abhängig, das zusammengebrochen sei. Andauernde Kriege wie im Jemen und in Syrien, der Klimawandel und Naturkatastrophen wie die Heuschreckenschwärme in Ostafrika verschärften die Lage vieler Menschen zusätzlich. (epd/bat)