Trotz aller Fortschritte: Millionen Menschen leiden an Hunger

Bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt sind in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielt worden. Die Zahl der hungernden Menschen bleibe dennoch weiter unerträglich hoch, erklärte die Deutsche Welthungerhilfe zu ihrem neuesten Welthunger-Index.

Ein halbes Stückbrot und Krümmel.
In sieben Länder sei die Hungersituation sehr ernst – in der Zentralafrikanischen Republik gar gravierend. (CC0/Pixabay)

Trotz langfristiger Fortschritte litten noch immer Millionen von Menschen unter chronischem Hunger. An vielen Orten herrschten akute Nahrungsmittelkrisen oder Hungersnöte. Jeder neunte Mensch leide Hunger. Die Welthungerhilfe stellte am 12. Oktober ihren Welthunger-Index 2017 (WHI) in Berlin vor.

In dem Index werden die Werte, mit denen die Hungersituation ermittelt wurde, in 43 Ländern als niedrig beschrieben. In 24 Ländern gelten sie als mässig und in 44 Ländern als ernst – darunter der Hälfte aller Länder in Ost- und Südostasien.

Keine Fortschritte seit 17 Jahren

In weiteren sieben Ländern bewertet die Welthungerhilfe die Lage als sehr ernst: Dazu zählen der Tschad, Liberia, Madagaskar, Sierra Leone, Sambia, der Sudan und der Jemen. Als gravierend wird die Hungersituation in der Zentralafrikanischen Republik eingestuft. Dort seien seit 17 Jahre keine Fortschritte erzielt worden, hiess es.

Für 13 Länder konnten keine WHI-Werte errechnet werden, weil keine ausreichenden Daten verfügbar seien, hiess es weiter. Daten und Informationen internationaler Organisationen liessen jedoch vermuten, dass neun der 13 Länder Anlass zu ernster Sorge geben. Dazu zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Libyen, Somalia, der Südsudan und Syrien. Vermutlich sei das Leid in diesen Ländern besonders gross. (epd)