Reformierte Landeskirche Zürich

Trotz rotem Budget kein Stellenabbau

Die Landeskirche des Kantons Zürichs rechnet im nächsten Jahr mit einem Verlust von knapp zwei Millionen Franken. Ein Antrag an der Synode für einen Stellenabbau scheiterte knapp.

Für das nächste Jahr budgetiert die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich einen Verlust von 1,9 Millionen Franken. Das anvisierte Resultat basiere auf der Vorgabe, dass der Beitragssatz der Kirchgemeinden auf der reduzierten Höhe von 3.10 belassen wird, wie es in einer Mitteilung vom 24. November heisst.

Aufgrund der schlechten finanziellen Lage forderten zwei Synodale, bei den Lohnkosten zu sparen. Rolf Gerber, Mitglied der Finanzkommission, wollte in einem Minderheitsantrag Kürzungen von 900'000 Franken, der Synodale Philippe Nussbaumer Einsparungen von 400'000 Franken. Konkret wurde der vom Kirchenrat budgetierte Stufenanstieg bei den Löhnen der Pfarrschaft und den Mitarbeitenden der Gesamtkirchlichen Dienste kritisiert.

Stufenanstieg soll bleiben

Der Kirchenrat signalisierte an der Synode Verständnis für diese Sicht, hatte er selbst den üblichen Stufenanstieg doch vorgängig bereits halbiert, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Kirchenratspräsident Michel Müller räumte ein Dilemma in dieser Frage ein und hielt fest, dass ein gänzliches Aussetzen des Stufenanstiegs vor allem jüngere Mitarbeitende treffe und langfristig benachteilige. Die Argumentation des Kirchenrates setzte sich knapp gegen den Antrag mit 54 zu 43 Stimmen durch.

Daniel Reuter verabschiedet

Weit weniger umstritten seien die weiteren Geschäfte gewesen. So zum Beispiel ein Beitrag von 200'000 Franken für ein Digitalisierungs-Projekt für 12'000 Briefe des Zürcher Reformators und Zwingli-Nachfolgers Heinrich Bullinger.

Ebenfalls mit grossem Mehr nahm das Kirchenparlament die umfassende Bilanz des 2019 zu Ende gegangenen Reformationsjubiläums zur Kenntnis. Hannes Hinnen, Präsident der vorberatenden Kommission, wertete die Aktivitäten und Initiativen rund um das 500-Jahr-Jubiläum der Zürcher Reformation als quantitativ und qualitativ überzeugend. Zu den Erfolgsfaktoren habe er unter anderem das finanzielle Engagement gezählt, das dank der frühzeitigen Sprechung eines Rahmenkredits von 2,8 Millionen Franken weitere Zusagen und den Einbezug von Kanton, Stadt und Zürich Tourismus ermöglicht hat. An der Synode gab es aber auch kritische Stimmen zum Jubiläum. So setzten mehrere Votanten bei der Frage der Nachhaltigkeit ein Fragezeichen.

Am Ende der Synode wurde Daniel Reuter vor den Synodalen verabschiedet. Nach 13 Jahren in der Exekutive gibt er sein Amt auf Ende Jahr ab und übernimmt die Aufgabe des Sekretärs des Kirchgemeindeparlaments der Kirchgemeinde Zürich. Reuter schaute in seiner Schlussrede vor der Kirchensynode, der er selbst auch 20 Jahre angehörte hatte, auf die wesentlichen Momente seiner kirchlichen Laufbahn zurück – auch auf seine Wahl als erster Vertreter der Evangelisch-Kirchlichen Fraktion in den Kirchenrat im Jahr 2007. Seinen Nachfolger bestimmt das Kirchenparlament in der Frühlingssession 2021, heisst es weiter. (bat)