Thurgauer Synode befürchtet «Berufsverbote»

An der Synode der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau sorgte die Teilrevision des Konkordats zur Pfarrausbildung für Diskussionen. Darin geht es unter anderem um den Entzug der Wahlfähigkeit ins Pfarramt.


Neben dem Theologiestudium regelt das Konkordat den kirchlich verantworteten Teil der praktischen Pfarrausbildung und die Zulassung zum Kirchendienst. Damit eine Kirche dem Konkordat beitreten kann, braucht die von der Exekutive zu treffende Übereinkunft jedoch die Genehmigung des Parlaments. Genau darüber wurde an der Synode der Thurgauer Reformierten heftig diskutiert, wie es in einer Medienmitteilung vom 26. Juni heisst. Denn auf die inhaltliche Ausgestaltung des Konkordats hat die Synode laut Mitteilung keinen Einfluss.

Besonders befürchteten die Synodalen den missbräuchlichen Entzug der Wahlfähigkeit ins Pfarramt. Das käme einem Berufsverbot von Pfarrpersonen gleich, lautete der Tenor. So könnten Pfarrpersonen, die sich beispielsweise für Menschenrechte einsetzen oder Kirchenasyl gewähren würden, missbräuchlich als politisch unbequeme Personen vom Kirchendienst ausgeschlossen werden.

Die Bedenken wurden gehört: Laut Synodebeschluss soll sich die Thurgauer Vertretung in der Konkordatskonferenz dafür einsetzen, dass bei der Umsetzung der rechtlichen Bestimmungen eine missbräuchliche Anwendung verunmöglicht wird.

Gewinn von 121’000 Franken

Weiter diskutierten die Synodalen die Jahresrechnung 2017. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 121’000 Franken – rund 175’000 Franken besser als budgetiert. Grund dafür sind laut Mitteilung höhere Steuereinnahmen von 47’000 Franken und Minderausgaben. 50’000 Franken fliessen nun für das ökumenische Projekt «150 Jahre Landeskirche Thurgau» als Einlage in den Fonds «Vorfinanzierung Kirchengeschichte und Jubiläen». 70’742 Franken werden dem Eigenkapital zugeschrieben.

IT-Kredit bewilligt

Die Synode bewilligte auch einen Kreditantrag für die Einführung einer zentralen digitalen Datenablage mit einmaligen Umstellungskosten von 25’000 Franken und jährlich wiederkehrenden Kosten von 35’000 Franken. Somit können die Arbeitsplätze von Kirchenrat, Mitarbeitenden von Kanzlei und Fachstellen vernetzt werden. (bat)