Thurgauer Kirche soll mehr Mut zeigen

Erstmals in ihrer Geschichte führte die Thurgauer Evangelische Landeskirche eine Gesprächssynode durch. An dieser sollte festgelegt werden, welchen Kurs die Kirche künftig nehmen soll.


«Unsere Kantonalkirche soll in den nächsten Jahren mit einer Vision unterwegs sein. Diese mit zu entwickeln ist das Hauptziel des Tages», sagte Jakob Bösch, Pfarrer und Synodalpräsident der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau, zu Beginn des Anlasses, wie es in einer Medienmitteilung vom 23. August heisst.

Geht es nach den Teilnehmern der Gesprächssynode, soll die Kirche wichtige gesellschaftliche Themen benennen und aktiv zum Diskurs bringen. «Die Landeskirche soll ihre Zurückhaltung ablegen und in gesellschaftlichen Fragen, die christliche Werte tangieren, im Sinne ihres Wächteramtes mutig Stellung beziehen und Medienpräsenz zeigen.» Dazu gehöre auch, vor Abstimmungen Entscheidungsgrundlagen aus christlicher Sicht zu liefern.

Interreligiösen Dialog stärken

Wichtig sei den Teilnehmern weiter gewesen, den «interreligiösen Dialog» zu fördern. «Andere Religionen und Glaubensgemeinschaften zu verstehen hilft auch andere Positionen innerhalb der eigenen Landeskirche zu verstehen und das eigene Profil zu stärken», heisst es in der Mitteilung.

Auch das Coaching von Gottesdienstverantwortlichen rückte in den Fokus der Synode. Sie sollen gefördert werden, denn lebensnahe Verkündigung sei eine Daueraufgabe.

Grundlage für Tagung der Zukunft

Die Gesprächssynode vom 21. August werde nun im September ausgewertet, die Visionen konkretisiert und mit dem Kirchenrat besprochen. Das Erarbeitete diene als Grundlage für die Tagung zur Zukunft der Evangelischen Kirche am 10. Februar 2018.

Synodalpräsident Jakob Bösch sei mit einem positiven Gefühl nach Hause gegangen: «Diese Erfahrung aus der heutigen Gesprächskultur legt eine gute Basis für die Dialogfähigkeit, auch in kontroversen Fragen. Dies wird sich auch auf die ordentlichen Synode-Verhandlungen positiv auswirken.» (bat)