Thalwiler Kirchenpflege sucht Dialog im Glockenstreit

Im Zürcherischen Thalwil fordern Anwohner von der reformierten Kirche, den nächtlichen Viertelstunden-Glockenschlag abzuschaffen. Die Kirchenpflege hat nun zur öffentlichen Diskussion eingeladen.


Mit einer Unterschriftensammlung forderten im vergangenen Jahr rund 130 Anwohner von der reformierten Kirche in Thalwil, den nächtlichen Glockenschlag zwischen 22 und 7 Uhr abzustellen. Ausgangspunkt war die Beschwerde einer neu hinzugezogenen Anwohnerin, die sich daran störte.

Dies hat die Kirchenpflege der reformierten Kirche Thalwil dazu veranlasst, die Bevölkerung am 2. Februar zu einer öffentlichen Diskussion ins Kirchgemeindehaus einzuladen. Dabei versicherten sowohl die Initiantin der Beschwerde wie auch die Kirchenpflege, dass sie eine juristische Auseinandersetzung vermeiden wollten, wie der Thalwiler Anzeiger am 5. Februar berichtete.

Mehrheit kann mit Glockenschlag leben

Eine konsultative Abstimmung im Anschluss an die Diskussion ergab überdies, dass eine Mehrheit der Anwesenden nichts gegen das nächtliche Läuten der Kirchenglocke einzuwenden hat. Demnach antworteten auf die Frage, ob sie mit dem nächtlichen Glockenschlag leben könnten, 49 Personen mit Ja. 36 wünschten, dass die Kirchturmuhr zwischen 22 und 7 Uhr abgestellt werde.

Wie es nun weitergehen soll, will die Kirchenpflege an ihrer nächsten Sitzung vom 4. März besprechen. Man hoffe weiterhin, dass man zu einer einvernehmlichen Lösung komme, heisst es dort auf Anfrage von ref.ch.

Zu Lärmklagen gegen den nächtlichen Glockenschlag kommt es in Schweizer Kirchgemeinden immer wieder. Zuletzt scheiterte ein Ehepaar mit seiner Klage gegen das Glockenläuten der reformierten Kirche Wädenswil erst vor Bundesgericht. Zuvor hatte es vor dem Zürcher Verwaltungsgericht noch recht bekommen. (no)