Synode Zürich

Teilrevision der Kirchenordnung sorgt für Gesprächsstoff

Die geplanten Änderungen der Kirchenordnung der Zürcher Landeskirche kommen zwar erst im Frühling 2022 vor die Synode. Dennoch hat es schon jetzt eine Aussprache dazu gegeben.

Der Wunsch zu einer Aussprache zur Teilrevision der Kirchenordnung an der Synode kam von der Evangelisch-kirchlichen Fraktion (EKF). Sie wollte die Vernehmlassungsauswertung besprechen. Darin hatte sich schon gezeigt, dass der Vorschlag des Kirchenrats, die Bezirkskirchenpflegen abzuschaffen, auf grosse Ablehnung gestossen war. Diese Kritik wurde nun an der Synode vom 23. November wiederholt, wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Christian Meier von der EKF folgerte, dass die Kirchenbasis keinen Abbau des Milizsystems in der Kirche will. Die Bezirkskirchenpflegen müssten eher gestärkt werden.

Ebenfalls auf Widerstand stiess ein geplanter Verhaltenskodex für Mitarbeitende und Freiwillige. Darin wird unter anderem verlangt, dass auch Freiwillige in gewissen Funktionen einen Sonderprivatauszug einreichen müssen. Kritiker zweifelten an der Machbarkeit dieser Idee. Es sei eine zu hohe Hürde, wenn auch Freiwillige dies erfüllen müssten. Ausserdem könne es als generelles Misstrauensvotum aufgefasst werden.

«Wichtige Massnahmen»

Jacqueline Sonego-Mettner, Religiös-soziale Fraktion, und weitere Synodale hielten dagegen, es sei richtig und wichtig, dass die Kirche Massnahmen zum Schutz vor Grenzverletzungen ergreife. Die geforderten Regeln seien gut zu handhaben und in anderen Institutionen längst üblich. Die Teilrevision der Kirchenordnung kommt im Frühling vor die Synode.

Weiter hat die Synode das Budget 2022 genehmigt. Die Kirche rechnet darin mit einem Aufwandsüberschuss von 1,1 Millionen Franken. Keine Mehrheit fand ein Minderheitsantrag der Finanzkommission. Dieser hätte vorgesehen, beim Budget eine Million Franken einzusparen, unter anderem durch Einsparungen bei den Löhnen. Diese Idee fand einigen Zuspruch, aufgrund der finanziellen Aussichten der Landeskirche.

Pandemie bisher keine Auswirkungen

Der Präsident der Finanzkommission und mit ihm eine Mehrheit der Synodalen wollten aber nicht «auf Vorschuss sparen» und kritisierten die «Beschneidung der Lohnentwicklung». Die jetzigen Zahlen seien denn auch noch gut: Die Steuereinnahmen der Kirchgemeinden haben nochmal leicht zugenommen. In diesem Jahr liessen sich noch keine wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie erkennen. (mos)