Zürich

Landeskirche will Bezirkskirchen­pflege abschaffen

Die Zürcher Bezirkskirchenpflege stosse an ihre Grenzen. Deshalb will der Kirchenrat die Aufsicht über die Kirchgemeinden auf Bezirksebene aufheben.

Die Zürcher Landeskirche möchte die «Strukturen verschlanken», wie es in einer Medienmitteilung vom 25. Februar heisst. Der Kirchenrat schlägt deshalb vor, die Bezirke und die Bezirkskirchenpflege aufzuheben.

Seit 2010 nimmt die Zahl der Kirchgemeinden aufgrund von Zusammenschlüssen stetig ab, sie ist um rund einen Drittel gesunken. Weil die Gemeinden sich dadurch vergrössern, würden die Bezirkskirchenpflegen als Milizbehörde vermehrt an ihre fachlichen und zeitlichen Grenzen stossen. Dies könne mit ein Grund sein, weshalb es immer schwieriger werde, Kandidaten für die Behörde zu finden.

Kirchensynode als Aufsicht

Der Kirchenrat möchte, dass künftig die Kirchensynode die Aufsicht über die Kirchgemeinden wahrnimmt. Die Aufsicht betrifft die Gemeindeorganisation, den Geschäftsgang von Behörden und Verwaltung, den Gemeindehaushalt, das Personalwesen und die Archive. Die Visitation der Kirchgemeinden soll dem Kirchenrat zugewiesen werden.

Geplant ist zudem eine einzige Ombudsstelle für die ganze Landeskirche. Die kantonale Ombudsstelle soll diese Aufgabe übernehmen, sie ist bereits heute für die Landeskirche und die kirchlichen Bezirke tätig. Laut dem Vorschlag des Kirchenrats wären dann auch die Kirchgemeinden verpflichtet, sich dieser Stelle anzuschliessen.

Vernehmlassung bis Ende Mai

Ausserdem möchte der Kirchenrat noch weitere Teile der Kirchenordnung anpassen. So soll eine bessere gesetzliche Grundlage geschaffen werden für die Handlungsbefugnisse des Kirchenrats in ausserordentlichen Lagen. Aufgrund der Corona-Pandemie traf der Kirchenrat Entscheidungen, die in die Kompetenz der Kirchgemeinden eingriffen, wie etwa das Verbot von Gottesdiensten oder Religionsunterricht. Dafür ist nun eine klarere Regelung vorgesehen.

Die Teilrevision der Kirchenordnung des Kantons Zürich geht nun am 1. März bis am 28. Mai in die Vernehmlassung. Anschliessend wird der Kirchenrat die Ergebnisse überarbeiten. Voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 werden dann die Stimmberechtigten darüber entscheiden. (mos)