Südafrika
Fremdenfeindliche Proteste und Vertreibungen
Die fremdenfeindliche «March and March»-Bewegung in Südafrika erhöht den Druck auf die Regierung. Nach landesweiten Kundgebungen gegen illegale Migration kündigte sie anhaltende Proteste an. «Heute ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang», erklärte die Anführerin der Bewegung, Jacinta Ngobese in sozialen Medien. «March and March» wolle in den kommenden Monaten jeden Donnerstag auf die Strasse gehen, meldete der Sender BBC.
Die «March and March»-Bewegung hatte Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen. Sie verlangt Massenabschiebungen und macht Migrantinnen und Migranten für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und die Überlastung öffentlicher Dienstleistungen verantwortlich.
Das Ultimatum hatte unter Einwanderern grosse Angst ausgelöst. Mehrere afrikanische Länder boten ihren Staatsangehörigen freiwillige Rückführungen in ihre Heimatländer an, darunter Nigeria, Malawi, Mosambik, Uganda und Ghana. Nach Angaben der südafrikanischen Behörden wurden bereits rund 25’000 Menschen vertrieben.
Wie die «Welthungerhilfe» schreibt, leben in Südafrika 2,4 Millionen Migrantinnen und Migranten. Das entspricht vier Prozent der Bevölkerung. Allerdings gibt es eine Unschärfe: Wegen irregulärer Migration sei die Zahl der Einwanderer schwierig zu ermitteln. Die migrantischen Arbeitskräfte sind vornehmlich in der Landwirtschaft und als Haushaltshilfen beschäftigt, schreibt die «Welthungerhilfe».
Als grösste und am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft der Region bietet Südafrika vergleichsweise bessere Verdienstmöglichkeiten als die Nachbarländer. Allerdings sind Visa- und Asylverfahren häufig langwierig, und die Behörden kämpfen mit einem erheblichen Rückstau in der Bearbeitung von Anträgen. (epd/ dst)