Südafrika

Apartheid-Polizei tötete Nobelpreisträger Luthuli

1967 starb Apartheid-Gegner Albert Luthuli unter mysteriösen Umständen. Nun kommt ein Gericht zum Schluss: Eine Spezialeinheit ermordete ihn und liess den Tod wie einen Unfall erscheinen.

In Südafrika ist die bisherige Todesursache des Friedensnobelpreisträgers Albert Luthuli (1898-1967) widerlegt worden. Ein Gericht in der Stadt Pietermaritzburg erklärte, Luthuli sei durch die Polizei des Apartheid-Regimes getötet worden. Das berichtet das Nachrichtenportal «The South African». Bislang war von den Behörden behauptet worden, ein Zug habe Luthuli damals erfasst und tödlich verletzt.

Der Mord an dem 69-Jährigen durch die Spezialeinheit der Apartheid-Polizei sei vertuscht worden, um ihn als Unfall aussehen zu lassen, befand das Gericht. Es bestätigt damit, was die Familie des Anti-Apartheid-Kämpfers immer befürchtet hatte.

Die Untersuchung der Todesursache Luthulis war im April 2025 im Rahmen einer Überprüfung wieder aufgenommen worden. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass die Täter nun strafrechtlich verfolgt werden, da sie entweder gestorben oder unauffindbar sind, ist die Bekanntgabe für das Land von grosser symbolischer Bedeutung.

Albert Luthuli leitete von 1952 bis zu seinem Tod die Partei ANC (Afrikanischer Nationalkongress), 1961 erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen friedlichen Kampf gegen das Apartheid-Regime. Der ANC wurde 1960 verboten und stellt seit dem Ende der Apartheid 1994 die Regierung.

Die Partei begrüsste die Entscheidung des Gerichts, die Todesursache bekanntzugeben: Damit sei einem der grössten Söhne Südafrikas seine Würde zurückgegeben worden. Es sei ein Urteil, das alle würdige, die unter der Brutalität der Apartheid gelitten hätten, und ein moralischer Sieg für Luthulis Familie. (epd/ gab)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema