Medienförderung

Streit um Konzession für evangelikalen Sender

Tele Bielingue wirft dem Sender Canal Alpha vor, öffentliche Gelder für eine religiöse Sendung zu verwenden. Die Neuvergabe der Konzession durch den Bund beschäftigt das Bundesverwaltungsgericht nun schon zum zweiten Mal.

Der Rechtsstreit um die Konzession für das Sendegebiet um Biel geht in die nächste Runde. Mit einer zweiten Beschwerde kämpft Tele Bielingue darum, die Konzession für das Gebiet um Biel behalten zu können. Dabei argumentiert der Sender unter anderem mit dem religiösen Hintergrund der Konkurrenz. Zuerst darüber berichtet haben die Tamedia-Zeitungen.

Vor einem Jahr hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) beschlossen, die Konzession für die nächsten neun Jahre an den Sender Canal Alpha aus Neuenburg zu vergeben. Dagegen hat sich Tele Bielingue zunächst erfolgreich gewehrt. Das Bundesverwaltungsgericht hat Ende 2024 entschieden, dass die Bewerbungen der beiden Sender gleichwertig waren.

Das Departement von Bundesrat Albert Rösti musste seine Entscheidung daraufhin überprüfen, kam jedoch zum selben Schluss. Es will die Konzession weiterhin dem Sender Canal Alpha erteilen. Dagegen hat Tele Bielingue erneut Beschwerde erhoben. Gegenstand davon ist unter anderem der evangelikale Hintergrund von Canal Alpha.

Der Vorwurf: Öffentliche Gelder würden für die Sendung «Ma foi, c'est comme ça» zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um ein Format von Canal Alpha, in dem Leute über ihr Erweckungserlebnis mit Gott berichten. Ausserdem würden die Räumlichkeiten des Senders für die Gottesdienste einer Freikirche benutzt.

Die beiden Besitzer von Canal Alpha widersprechen und sagen, dass die Konzessionsgelder ausschliesslich für die Erfüllung des öffentlichen Auftrags verwendet würden – auch wenn Religion beim Sender eine wichtige Rolle spielt. Das sieht auch das Uvek so.

Tele Bielingue wiederum hält an den Vorwürfen fest, betont aber, dass nur ein kleiner Teil der Beschwerde sich um das Thema Religion dreht. Weitaus wichtiger sei die Medienvielfalt, die unter der Entscheidung des Uvek leiden würde. Der Sender Alpha besitzt nämlich bereits eine Konzession für den Jurabogen. (pef)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema