Ein Befürworter formuliert seine Überzeugung auf Facebook pointiert: «Eine reformierte Kirchgemeinde in der Stadt Zürich – das hat Zukunft und Kraft! Alles andere ist ein kleinkrämerisches Gebastel – verhindert Innovatives – bestätigt vorhandene kleine Kirchenkönigdümmer.» Die klaren Worte zeugen davon, wie heiss das Eisen ist, über das am 28. September abgestimmt wird.
Zwei Modelle stehen zur Auswahl
Das erste Modell will eine Kirchgemeinde in der Satdt Zürich, was zur Folge hätte, dass alle bisherigen reformierten Kirchgemeinden der Stadt Zürich sich zu einer einzigen Kirchgemeinde zusammenschliessen würden. Das zweite Modell sieht vor, grössere und selbstständige Kirchgemeinden im Stadtverband zu schaffen. Konkret würde das bedeuten, dass durch Zusammenschlüsse von bestehenden Kirchgemeinden grössere Kirchgemeinden gebildet würden. Dabei bliebe der Zweckverband der städtischen Kirchgemeinden bestehen und würde zugleich mehr Kompetenzen erhalten.
Auch Finanzen drängen zur Reform
Wie die Fusions-Befürworter auf ihrer Webseite schreiben, unterstützen folgende Kirchgemeinden in der Stadt das erste Modell: Aussersihl, Balgrist, Enge, Hottingen, Neumünster, Predigern und Wipkingen. Argumentieren die Befürworter einer Fusion hauptsächlich mit den Chancen für die Kirchgemeinden in der Stadt Zürich, sind auch finanzpolitische Aspekte nicht von der Hand zu weisen. Hat doch der Reformierte Stadtverband im Jahr 2013 13,4 Millionen Franken verloren und damit das höchste Defizit seiner Geschichte eingefahren. Und der Betrag ist auch kein einmaliger Ausreisser: Für die nächsten Jahre sind weitere Millionen-Defizite budgetiert.
Fusions-Gegner haben Kampagne bereits lanciert
Mitte Juli haben bereits die Gegner einer Kirchgemeindefusion ihre Kampagne eröffnet. Sie sprechen von einer Fusions-«Kopfgeburt» und favorisieren das zweite Modell. Im Co-Präsidium des Gegner-Komitees sind Jean Bollier, Präsident der Kirchenpflege Höngg, Fabienne Vocat, Präsidentin der Kirchenpflege Oerlikon, sowie Max Wipf, Präsident der Kirchenpflege Oberstrass.
ref.ch berichtet laufend vom Abstimmungskampf der Reformierten in der Stadt Zürich. Auch werden zu einem späteren Zeitpunkt Fusions-Befürworter und -Gegner ausführlich zu Wort kommen.
Offizielle Seite zur Urnenabstimmung (Herausgeber: Reformierter Stadtverband Zürich)
Die Befürworter einer Fusion
www.kg-zuerich-ja.ch
Die Gegner einer Fusion – und Befürworter des 2. Modells
www.kirchgemeindereform.ch (inaktiv, soll demnächst aufgeschaltet werden)