Flüchtlingspolitik

Stadt Zürich plant Containerdorf für Geflüchtete

Die Stadt Zürich will die Brache des Hardturm-Areals als Unterbringungsplatz für Geflüchtete nutzen. Der Stadtrat hat ein Baugesuch für eine Wohnsiedlung für bis zu 320 Personen eingereicht.

In der Stadt Zürich gibt es derzeit zwar noch genügend Plätze für Geflüchtete. Der Stadtrat will jedoch im Voraus neue Plätze schaffen, um für weiter steigende Zahlen gerüstet zu sein. Wie die Regierung am Montag mitteilte, wäre das Hardturm-Areal der beste Standort dafür.

Dort soll zwar ein neues Fussballstadion entstehen – bis die ersten Bälle rollen, könnten aber noch Jahre vergehen. In der Zwischenzeit könnte dort eine zeitlich befristete  Unterkunft für bis zu 320 Geflüchtete errichtet werden, so die Pläne des Stadtrats.

Bau soll sechs Monate dauern

Der Bau eines solchen Geflüchteten-Dorfs würde nach Angaben der Stadt sechs Monate dauern. Damit der Bau bei Bedarf möglichst rasch starten kann, reichte der Stadtrat nun bereits das Baugesuch ein. Betrieben würde die Unterkunft maximal so lange, bis die Bauarbeiten für das neue Stadion mit Wohnhäusern beginnen würde.

Der Stadtrat schreibt, dass sich der Stadionbau wegen des Geflüchteten-Dorfs nicht weiter verzögern werde. Betrieben würde das Dorf von der Asylorganisation Zürich AOZ. Eine Schule ist direkt vor Ort auf dem Hardturm geplant.

Kritik an Containerdorf in Bern

Vor der Stadt Zürich setzte bereits der Kanton Bern bei der Unterbringung von Geflüchteten auf ein temporäres Dorf. Das Container-Dorf auf dem Viererfeld im Norden der Stadt Bern ist mit bis zu 1000 Plätzen jedoch weit grösser als das mögliche Dorf auf dem Zürcher Hardturm.

Im Juli waren die ersten Geflüchteten in die Berner Container gezogen. Rasch wurde jedoch Kritik laut, weil dort die humanitären Mindeststandards nicht eingehalten würden. So gebe es etwa zu wenig Wohnfläche pro Person. Auch die Anordnung der Container wurde kritisiert, weil diese in Reihen stehen wie Militärbaracken. (sda/no)