St. Galler Kirche will nachhaltig anlegen

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen genehmigte die neue Anlagestrategie des Kirchenrats. Erstmals in der Geschichte der Kantonalkirche wurde brieflich abgestimmt.


Aufgrund der Corona-Pandemie konnten sich die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen erstmals in der Geschichte nicht physisch versammeln. Das Synodebüro hatte deshalb im Vorfeld entschieden, die Abstimmungen und Wahlen brieflich durchzuführen. Daran beteiligte sich schliesslich rund 70 Prozent der Abgeordneten, wie es in einer Mitteilung vom 30. Juni heisst.

Zu den wichtigsten Traktanden gehörte das neue Anlagereglement des Kirchenrats. Dieser war vor einem Jahr von der Synode beauftragt worden, eine neue Anlagestrategie für die Kantonalkirche auszuarbeiten. Hintergrund war eine Debatte darüber, wie Gewinne der Kirche ethisch angelegt werden können (ref.ch berichtete).

Gewinn dank mehr Steuereinnahmen

Die neuen Richtlinien des Kirchenrats nahm die Synode nun zustimmend zur Kenntnis, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Demnach darf die Kantonalkirche nur dann Anlagen tätigen, wenn diese den sogenannten ESG-Kriterien genügen. Dieses Kürzel steht für «Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung» und definiert Standards für nachhaltige Anlagen.

Das neue Reglement schreibt ausserdem vor, dass Anlagen menschenrechtskonform sein müssen. Zudem dürfe nicht in Branchen wie Rüstungsindustrie, Kernenergie oder Kohle investiert werden. Dem Kirchenrat sei wichtig, dass die Kirche ihr Geld nachhaltig einsetze «im Wissen, dass dadurch die Rendite möglicherweise bescheidener ausfällt», wird Kirchenratspräsident Martin Schmidt in der Mitteilung zitiert.

Weiter genehmigten die Abgeordneten die Jahresrechnung 2019. Diese schloss mit einem Gewinn von rund 160’000 Franken. Das Budget war von einem Verlust von rund 30’000 Franken ausgegangen. Ausschlaggebend für das Plus seien höhere Steuereinnahmen gewesen. (no)