Sozialhilfe

SKOS warnt vor Anstieg der Fallzahlen

Die Corona-Krise hat sich weniger stark auf die Sozialhilfezahlen ausgewirkt als befürchtet. Dennoch prognostiziert die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) einen Anstieg bei den Sozialhilfebezügern.

Die SKOS erwartet 2023 einen Anstieg bei den unterstützen Personen um 14 Prozent und Mehrkosten von 535 Millionen Franken gegenüber 2019, wie aus einer Medienmitteilung vom 20. Oktober hervorgeht. Im Mai ging die SKOS noch von einem Anstieg von 28 Prozent aus.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie meldeten sich 2020 überdurchschnittlich viele Menschen bei der Sozialhilfe. Doch die Massnahmen des Bundesrats hätten die Ausfälle abfedern können, deshalb gingen die Fallzahlen schnell wieder zurück. So sind die Zahlen der Sozialhilfebezüger bis jetzt nicht so stark gestiegen wie zu Beginn erwartet. Im Herbst 2021 werden im Vergleich zu einem Durchschnittsmonat 2019 sogar leicht weniger Personen unterstützt.

Mehr Langzeitarbeitslose

Dennoch gibt die Konferenz keine Entwarnung. Sie befürchtet, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigen wird. Wegen des beschleunigten Strukturwandels würden einige mittelfristig keine Stelle mehr finden. Ein Teil dieser Personen werde auf Sozialhilfe angewiesen sein. Ausserdem müsse die Bevölkerung besser für die Anforderungen des Arbeitsmarkts gerüstet werden. «Namentlich die mit der Krise beschleunigte Digitalisierung bewirkt einen markanten Wandel des Arbeitsmarkts», schreibt die SKOS. Deshalb brauche es gezielte Förderangebote.

Weiter warnt die SKOS, dass einige Menschen ganz auf die Sozialhilfe verzichten würden. Weil die Rahmenbedingungen für die Sozialhilfe verschärft wurden, fürchteten sich einige Personen vor negativen Folgen des Sozialhilfebezugs. Als Beispiel nennt die SKOS Sans-Papiers oder Schweizer, die sich vor einer Schuldenfalle fürchten. Für solche Personen müssten neue Hilfsprogramme geschaffen werden.

Starker Anstieg durch Flüchtlinge

Unabhängig von der Pandemie steige auch die Zahl der Flüchtlinge. Die Kosten für die Flüchtlinge müssen nun von den Kantonen und Gemeinden getragen werden. Deshalb prognostiziert die SKOS einen weiteren Anstieg der Fallzahlen. Etwa die Hälfte des prognostizierten Anstiegs entsteht laut den Berechnungen der SKOS durch Flüchtlinge. Deshalb sollen Integrationsbemühungen verstärkt werden. (mos)