«Journalistisch» soll die Themenwoche zur Reformation des SRF sein und «kein Denkmal», sagt Christa Miranda, Redaktorin und Produzentin der Sternstunde Religion gegenüber dem bref-Magazin. «Unsere Leitfrage war: Warum ist die Schweiz dank der Reformation so, wie sie ist?». Das sei auch der Grund, weshalb SRF sich nicht allzu sehr auf die Reformatoren Zwingli und Calvin fokussiert habe. «Wir grenzen uns da bewusst vom Personenkult ab, der beispielsweise in Deutschland um die Person Luther betrieben wurde.» Man wolle Zwingli nicht auferstehen lassen.
Bis die Themenwoche stand, musste aber auch innerhalb des SRF Überzeugungsarbeit geleistet werden. «Manche im Haus hatten die Befürchtung, dass wir einfach trockene, langweilige Geschichtsvermittlung betrieben. Dagegen haben wir uns gewehrt.» Man suche für die Themenwoche in zahlreichen Sendungen im Radio, Fernsehen wie online moderne und aktuelle Ansätze.
Auch für säkulare Kreise interessant
«Wir glauben, dass wir sowohl kirchennahe wie auch kirchenferne Zuschauer ansprechen werden», sagt Miranda. Diesen Mittelweg zu finden sei nicht einfach gewesen. «Ich selber bewege mich in säkularen Kreisen. Dort heisst es oft, dass man wenig mit der Reformation anfangen könne. Fünf Minuten später erzählt man Anekdoten, warum beispielsweise der Grossvater damals aus konfessionellen Gründen nicht heiraten konnte», sagt Miranda.
Keine Einflussnahme der Kirche
Die Religion und persönliche Glaubensvorstellung seien eben noch immer bei vielen in der Lebensgeschichte verankert, auch wenn das Verhältnis zur Kirche sehr distanziert ist. Die Ausgestaltung der Themenwoche sei ohne Einflussnahme der Kirchen erfolgt, sagt Miranda. «Uns wurde seitens der Kirche nicht dreingeredet. Wenn wir jedoch Hilfe benötigten, standen die Türen offen.»
Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass das SRF zusätzlich zu Sendungen wie Sternstunde Religion am TV oder Perspektiven im Radio einem breiten Publikum Themen mit religiösem Bezug vermittelt. Die Sendung Leben vor 500 Jahren hat das Thema Pilgern aufgegriffen; die Zuschauer begaben sich auf eine Pilgerreise.
Nun kommt also die Reformation zum Zug. Ein Zufall? «In den 70er und 80er Jahren wurde das Ende der Religion vorausgesagt. Das ist nicht eingetroffen, die Menschen interessieren sich wieder mehr für religiöse Inhalte», sagt Miranda. «In unserer Themenwoche gehen wir auch der Frage nach, warum das so ist.» Ob sie damit tatsächlich den Nerv der Zeit treffe, werde die Resonanz der Angebote zeigen.
Die Themenwoche dauert vom 29. Oktober bis 5. November. Das ganze Programm findet sich hier.
Dieser Beitrag erschien erstmals in bref, dem Magazin der Reformierten.