Mittelmeer

Schiffsunglück fordert Todesopfer

Erneut sind Menschen auf dem Mittelmeer in Seenot geraten. Offenbar kam jede Hilfe zu spät: Das Rettungsschiff «Ocean Viking» konnte keine Überlebenden ausmachen.

In den vergangenen Tagen waren gleich drei Notrufe von Booten in Seenot eingegangen, wie die Nichtregierungsorganisation SOS Mediterranée in einer Medienmitteilung vom 23. April festhält. Das erste Boot sei nicht gefunden worden. Danach habe sich das Rettungsschiff «Ocean Viking» auf die Suche nach den anderen zwei Booten gemacht, darunter ein Schlauchboot mit 130 aus Libyen geflüchteten Menschen an Bord.

Doch die «Ocean Viking» sei mindestens zehn Stunden Fahrzeit von den Unglücksstellen vor Libyen entfernt gewesen. Zudem habe sich die Suche schwierig gestaltet. Luisa Albera, Such- und Rettungskoordinatorin an Bord des Rettungsschiffes: «Wir haben nacheinander nach zweien dieser Boote gesucht, in einem Wettlauf gegen die Zeit und bei sehr rauer See mit bis zu sechs Meter hohen Wellen. Es gab keinerlei Koordination durch eine staatliche Rettungsleitstelle, keinerlei Unterstützung von den zuständigen Seebehörden.»

Keine Überlebenden gefunden

Schlussendlich seien dann Leichen gesichtet worden, Überlebende wurden keine gefunden. Ein Frontex-Flugzeug habe kurz darauf das Wrack eines Schlauchbootes entdeckt. Das zweite Schiff, das einen Notruf abgegeben hatte, wurde laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) von der libyschen Küstenwache abgefangen. Die IOM gibt an, dass in diesem Jahr bereits 523 Menschen auf dem Mittelmeer ums Leben gekommen sind. Die Toten und Vermissten der letzten Unglücke wurden dabei noch nicht dazugezählt. (mos)