Appenzell-Ausserrhoden

Regierung will Gelder für Spitalseelsorge streichen

Der Kanton Appenzell Ausserrhoden will den Beitrag an die Spitalseelsorge streichen. Ein Kompromiss der Landeskirchen fand keine Zustimmung.

Der Kanton Appenzell-Ausserrhoden hat ein Sparpaket vorgelegt, das unter anderem die Gelder für die Spitalseelsorge streichen will. Das berichtet die «Appenzeller Zeitung». Über das Sparpaket wird am 1. Dezember im Kantonsrat debattiert. Bei der Spitalseelsorge geht es um jährlich 152'000 Franken, die beiden Landeskirchen kommen für die restlichen 311'000 Franken auf.

Martina Tapernoux, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell erwähnt im Artikel, die Spitalseelsorge werde etwa zur Hälfte von Mitgliedern der Landeskirche in Anspruch genommen. Wenn nun die Landeskirchen, denen 60 Prozent der Ausserrhoder Bevölkerung angehören, das Angebot allein finanzieren müssten, sei das «nicht ok». Im Kanton Appenzell-Ausserrhoden zahlen Firmen keine Kirchensteuern. Auch einen Staatsbeitrag für gesamtgesellschaftliche Leistungen gibt es nicht.

Die Landeskirchen hätten dem Kanton deshalb einen Kompromiss vorgeschlagen, sagt Tapernoux. Dieser hätte den Kanton um jährlich 26'000 Franken entlastet. Der Vorschlag sei jedoch ohne Begründung abgelehnt worden. Regierungsrat Yves Noël Balmer verweist gegenüber der «Appenzeller Zeitung» auf den grossen Spardruck und den Grossteil der Ausgaben, an die man gesetzlich gebunden sei. Aufgrund der Trennung von Kirche und Staat halte man den Entscheid, die Gelder für die Spitalseelsorge zu streichen, für vertretbar. (gab)

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