Reformierter Pfarrer wegen Sexualmissbrauchs verurteilt

Ein Waadtländer reformierter Pfarrer hatte eine Beziehung zu einem 15-Jährigen. Dafür muss er eine bedingte Strafe verbüssen.


Ein reformierter Pfarrer ist vom Regionalgericht des Littoral in Boudry im Kanton Waadt wegen sexuellen Missbrauchs zu einer bedingten Strafe von 90 Tagessätzen zu 120 Franken verurteilt worden. Er hatte eine sadomasochistische Beziehung zu einem männlichen Teenager, der zum Zeitpunkt des Missbrauchs 15 Jahre alt war.

Der heute 50-jährige Verurteilte hatte den Teenager aus dem Kanton Neuenburg auf einer einschlägigen Internetplattform kennengelernt. Der Teenager, der eine leichte geistige Behinderung hat, hatte sich dabei als volljährig ausgegeben.

Treffen an einem düsteren Ort

Die beiden trafen sich mehrmals im Kanton Neuenburg zwischen Januar und März 2016. Bei der Gerichtsverhandlung Anfang Oktober hatte die Anklage von «Treffen an einem düsteren Ort» sowie «schmerzhaften und erniedrigenden Handlungen» gesprochen.

Der Angeklagte hatte geltend gemacht, er sei vom Opfer über dessen Alter getäuscht worden. Die Mutter des Opfers war es gewesen, die eine Strafanzeige gegen den Geistlichen eingereicht hatte. Der Pfarrer hatte deswegen seine Anstellung bei der Waadtländer evangelisch-reformierten Kirche sowie als Militärkaplan beim Bund verloren. (sda/bat)