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Zu verkaufen: Kirche mit Aussicht

Die Bergkirche Rigi Kaltbad soll neue Besitzer finden. Das 60 Jahre alte Gebäude wird wenig genutzt und muss saniert werden. Der potenzielle Käufer ist ein Anwohner.
Die reformierte Bergkirche auf der Rigi ist ein Zeugnis der Schweizer Nachkriegsmoderne. Das Gebäude könnte künftig zur Schule werden. (Bild: Joris Jehle/ Reformierte Kirchgemeinde Luzern)

Der Reformierten Kirchgemeinde Luzern gehört eine kleine Kirche, die architektonisch wertvoll ist, aber im Kirchenleben kaum mehr eine Rolle spielt. Nur noch zwei bis sechs Gottesdienste im Jahr finden dort statt. Nun steht eine teure Sanierung an. Zu teuer für die Kirchgemeinde. Die Kirchenpflege möchte das Gebäude verkaufen.

Die Rede ist von der Bergkirche Rigi Kaltbad. Je nach Bestuhlung finden 120 Personen Platz, aber laut der Kirchenpflege leben auf der Rigi heute nur noch 13 Reformierte. Die Teilkirchgemeinde Rigi Südseite nutzt den Raum sporadisch, aber die Kirche ist umständlich zu erreichen und nicht barrierefrei.

Gebaut hat sie Ernst Gisel, ein Zürcher Architekt, der zu den grossen Namen der Schweizer Architektur der Nachkriegsmoderne gehört. Die kantonale Denkmalpflege würdigt die Bergkirche als «ausgezeichnet in die Landschaft gestellten Kirchenbau, der die topographische Situation aufnimmt und reflektiert». Der Sakralbau sei nach aussen geschlossen, in sich gekehrt und ganz auf die Liturgie ausgerichtet. Am meisten Aufmerksamkeit geniesst die Bergkirche heute bei Touristinnen und Touristen.

Je nach Bestuhlung passen 120 Personen in die Bergkirche. (Bild: Reformierte Kirchgemeinde Luzern/ Joris Jehle)

Laut der Kirchgemeinde müssen Dach, Heizung, Elektroinstallationen und weitere Dinge geprüft und saniert oder ersetzt werden. Man geht davon aus, dass Investitionen in der Höhe von 350'000 bis 650'000 Franken nötig sein werden. Angesichts der geringen Auslastung begann man in Luzern 2023 mit der Suche nach einem Käufer der Liegenschaft.

Aus mehreren Interessenten hat die Kirchenpflege Markus Reinhard ausgewählt. Reinhard stammt aus Rigi Kaltbad, ist Winzer, Präsident des Zentralschweizer Weinbauvereins sowie Besitzer und Gastgeber im Luzerner Agriturismo Seeburghof. Er hat ein Konzept vorgelegt, das die Bergkirche zwar umnutzt und für die Öffentlichkeit zugänglich macht – gleichzeitig weiterhin Gottesdienste ermöglicht und der Reformierten Kirchgemeinde Luzern ein Vorkaufsrecht einräumt.

Wie wird die Bergkirche künftig genutzt?

Bekommt er den Zuschlag, entsteht in Rigi Kaltbad die «KKB Rigi». Das steht für Kultur, Kunst und Bildung Bergkirche Rigi. Im Namen ist eigentlich schon alles enthalten, was Reinhard mit der Kirche vorhat: An 100 Tagen im Jahr soll sie vor Kunst und Kultur Raum bieten. An den anderen 265 Tagen ist sie Schulzimmer für die Rigi Schule.

Der Unternehmer hat sich zum Ziel gesetzt, das architektonisch wertvolle Gebäude zu erhalten, für die Rigi Schule Standortförderung zu betreiben und das gemeinschaftliche Leben im Dorf zu fördern. «Die vorgesehene Nutzung wird als mit dem kirchlichen Zweck sehr gut vereinbar eingeschätzt», schreibt der Kirchenrat in einem Bericht.

Wie hoch ist der Verkaufspreis?

Um die Bergkirche zu kaufen, bietet Reinhard eine Summe von 173'000 Franken. In seinem Angebot listet er zusätzlich 220'000 Franken für die Sanierung und 140'000 Franken für nachhaltigen Umbau und Modernisierung auf.

Der Grosse Kirchenrat wird an seiner Sitzung vom 1. Dezember entscheiden, ob der Winzer zum Kirchenbesitzer werden soll.

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