Israel

Protestantischer Friedhof in Jerusalem geschändet

Unbekannte haben auf einem protestantischen Friedhof mehr als 30 Grabsteine beschädigt. Verdächtigt werden laut Medien zwei Jugendliche.

In Jerusalem haben Unbekannte auf dem Zionsfriedhof einen erheblichen Schaden angerichtet. Grabsteine seien beschädigt und Kreuze zerbrochen worden. Die «Jerusalem Post» berichtete unter Berufung auf das Jerusalem University College, dass es sich bei den Tätern um zwei jüdische Teenager handle. Sie haben demnach einen geschätzten Sachschaden von umgerechnet mehr als 94'000 Euro angerichtet.

Ein israelischer Polizeisprecher bestätigte am Mittwoch, es seien Ermittlungen aufgenommen worden, äusserte sich jedoch nicht zur Identität der Tatverdächtigen. Auf sozialen Medien wurde ein Video verbreitet, auf dem zwei Gestalten zu sehen sind, die grosse Steine auf Gräber werfen und ein Kreuz zu Fall bringen. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Sonntag.

Der 1848 eingerichtete Friedhof dient auch als Begräbnisstätte der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Jerusalems. Medienberichten zufolge waren unter den geschändeten Gräbern die Grabstätten dreier palästinensischer Polizeioffiziere und von Mitgliedern verschiedener protestantischer Gemeinden, darunter auch des Schweizers Samuel Gobat, zweiter protestantischer Bischof von Jerusalem. Gobat hatte das Friedhofsgrundstück gekauft.

Der Friedhof war in der Vergangenheit bereits geschändet worden. Christen in Jerusalem haben immer wieder unter Anfeindungen zu leiden. (sda/bat)