Internationaler Tag des Alters

Prävention soll Senioren schützen

Die Anzeigen wegen Gewalt gegen Seniorinnen und Senioren haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Nun richtet Pro Senectute einen Appell an die Politik.

Bis zu einer halben Million Menschen im Pensionsalter seien jährlich von Gewalt und Missbrauch betroffen – Tendenz steigend. Die Politik richte ihr Augenmerk jedoch noch zu wenig auf dieses Tabuthema. Das schreibt Pro Senectute in einer Mitteilung zum internationalen Tag des Alters vom
1. Oktober.

Ein Ausbau der Angebote bei der Betreuung älterer Menschen zu Hause, andere Betreuungs- und Unterstützungsangebote sowie Früherkennung nähmen bei der Prävention vor Gewalt eine Schlüsselrolle ein. Viele Menschen könnten sich aber die Angebote nicht leisten, denn diese seien im Gegensatz zur Pflege nicht durch die Grundversicherung der Krankenkasse abgedeckt.

Laut Pro Senectute sollten Betreuung- und Unterstützungsangebote ganz oder zumindest teilfinanziert werden. Zentral sei zudem, dass Fälle von Gewalt und Verdachtsmomente gemeldet werden können. Hier solle sich die Politik vermehrt einsetzen.

Die Zahl der zur Anzeige gebrachten Fälle von Gewalt gegen und der Missbrauch bei Senioren habe sich in der Schweiz in den letzten zehn Jahren verdoppelt, heisst es weiter. Aus Angst oder Scham werde jedoch nur ein Bruchteil gemeldet, die Dunkelziffer könnte dürfte höher sein. Es müsse davon ausgegangen werden, dass fast jede dritte Person im Pensionsalter hierzulande einmal von Gewalt und Missbrauch betroffen war. (sda/no)