Landeskirche Graubünden

Pfarrpersonen bilden sich zum Thema Grenzverletzungen weiter

Die Arbeitstagung der Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden stand im Zeichen des Themas Grenzverletzungen. Die Erkenntnisse sollen in einem Konzept festgehalten werden.

«Kirchliche Arbeit ist ohne Nähe nicht denkbar. Doch wie viel Nähe ist zu nah?» Diese Frage stellte Karin Iten, Kursleiterin der Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung (Limita), an der Arbeitstagung der Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden. Thema der Weiterbildung war das Thema Grenzen und Grenzverletzungen, wie es in einer Medienmitteilung vom 2. Februar heisst. Iten zeigte anhand von Fallbeispielen auf, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Abhängigkeitsverhältnissen geschützt werden können.

Für die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden sei die Pfarrweiterbildung zu diesem Thema ein erster Schritt. «Der Kirchenrat hat die Erarbeitung eines Konzepts in Auftrag gegeben, das den professionellen Umgang mit solchen Fragen gewährleisten soll», heisst es in der Mitteilung weiter. Es gehe darum, eine Meldestelle einzurichten und klare Abläufe vorzugeben. Aktuell und wichtig sei dies nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sich die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) sehr schwer getan habe mit den Vorkommnissen rund um den ehemaligen Präsidenten Gottfried Locher – und es immer noch tue.

Pfarrerin Simona Rauch Erste Vizedekanin

Neben der Weiterbildung am Dienstag fand am Montag auch eine ausserordentlichen Pfarrsynode in Chur statt. Dabei wählten die Synodalen Pfarrerin Simona Rauch zur Ersten Vizedekanin und Pfarrer Christoph Reutlinger zum Quästor. Pfarrer Richard Aebi ist neu Mitglied der landeskirchlichen Rekurskommission. Zudem hatten die Synodalen einen Gesetzesentwurf über die Zulassung zum pfarramtlichen Dienst beraten. Für Diskussionen hatte dabei etwa die Frage gesorgt, wer in Zukunft die Wählbarkeit für Pfarrpersonen erteilen solle. Dafür solle das Dekanat zuständig sein, befanden die Synodalen. Bis anhin war es der Kirchenrat.

Hinter den Kulissen habe zudem die Diskussion über die Nachfolge von Dekanin Cornelia Camichel Bromeis begonnen. Wer ihre Nachfolge antreten wird, entscheidet die ordentliche Synode Ende Juni in Splügen. (bat)