Wahlen

Bündner Reformierte neu mit Frau an der Spitze

Der Evangelische Grosse Rat der Bündner Landeskirche hat Erika Cahenzli-Philipp zur neuen Kirchenratspräsidentin gewählt. Sie ersetzt den zurückgetretenen Andreas Thöny.

An der Spitze der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden kommt es zu einem Wechsel. An seiner Sitzung vom 11. November in Chur hat der Evangelische Grosse Rat – das Bündner Kirchenparlament – Erika Cahenzli-Philipp zur neuen Kirchenratspräsidentin gewählt. Sie ersetzt Andreas Thöny, der sein Amt per Ende Juni niedergelegt hat.

Erika Cahenzli-Philipp ist im Frühling neu in den Kirchenrat gewählt worden. Die gelernte Primarlehrerin aus Untervaz ist Grossrätin, Gemeinderätin und seit 17 Jahren Kirchgemeindepräsidentin. Cahenzli-Philipp zeigte sich glücklich über das entgegengebrachte Vertrauen, wie es in einer Mitteilung heisst. Als Kirchenratspräsidentin wolle sie sich in den Dienst aller Menschen stellen, die sich der reformierten Kirche verbunden fühlten.

Cahenzli-Philipp wird ihr Amt per 1. Januar antreten. Als Vize-Präsidentin wurde Dekanin Cornelia Camichel Bromeis gewählt.

Debatte über Vaterschaftsurlaub

Neben den Wahlen stand auch das neue Personalgesetz der Bündner Landeskirche auf der Traktandenliste. Dieses soll die bisher uneinheitlichen personalrechtlichen Bestimmungen in einem Regelwerk zusammenfassen. Zu reden gab dabei insbesondere der Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen. Eine knappe Mehrheit im Rat wollte, dass dieser auch im Falle einer Adoption gelte. Ein Antrag, den Vaterschaftsurlaub auf 10 Tage zu kürzen, scheiterte hingegen. Mit dem neuen Personalgesetz sei man bezüglich Umsetzung der neuen Verfassung auf Kurs, heisst es in der Mitteilung weiter. Als nächstes steht nun die Zulassung zum pfarramtlichen Dienst auf dem Programm.

Genehmigt wurde schliesslich auch das Budget 2021. Für das kommende Jahr sieht die Landeskirche ein Minus von rund 112'000 Franken vor. Mit eingerechnet ist dabei ein Steuerrückgang von zwei Prozent aufgrund der Corona-Krise. (no)