Studie

Jährlich 11’000 Tote in der Landwirtschaft durch Pestizide

Eine deutsche Studie weist nach, dass jedes Jahr die Hälfte aller Bäuerinnen und Bauern weltweit Vergiftungssymptome zeigen. Schuld sind Pestizide und am stärksten betroffen sind Landwirte in Indien und Afrika.

Die Statistik erfasst 934 Millionen Bäuerinnen und Bauern auf der Welt. Eine Studie des internationalen «Pestizid Aktions-Netzwerks» hat ergeben, dass jährlich jeweils bei über 4 Millionen in der Landwirtschaft tätigen Menschen Vergiftungserscheinungen auftreten.

Die Studie stützt sich auf öffentlich zugängliche Daten von 2003 bis 2023 und ist am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Frontiers in Public Health» erschienen.

Die Daten zeigen gemäss der Studie, dass die meisten Vergiftungsfälle durch Pestizide in Süd- und Südostasien sind sowie in Afrika. Burkina Faso gilt als der Staat mit dem höchsten Anteil an Vergifteten: 84 Prozent der Bauern sind betroffen.

Indien führt eine andere Liste an: Von den jährlich 11'000 an Vergiftung gestorbenen Landwirten stammen rund zwei Drittel aus Indien. In der Studie heisst es, in vielen Ländern mangle es an Daten über die Arbeit im Agrarsektor.

In Zukunft sollten Langzeitstudien durchgeführt werden, um chronische Krankheiten zu erfassen, die durch die Pestizide ausgelöst werden könnten. So wird beispielsweise die Parkinson-Krankheit mit dem Kontakt mit Pestiziden in Verbindung gebracht.

Die Autorinnen und Autoren der Studie fordern, dass die Vereinten Nationen aktiv werden. Sie sollen veranlassen, dass sehr gefährliche Pestizide vom Markt genommen werden. Pestizide sollten nur durch ausgebildetes Personal mit geeigneter Schutzkleidung ausgebracht werden dürfen. (dst)

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