Menschenrechte
Amnesty ehrt palästinensischen Kinderrechtsanwalt
Der palästinensische Rechtsanwalt Chalid Kusmar wird mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland ausgezeichnet. Er habe entscheidend dazu beigetragen, systematische Menschenrechtsverletzungen an palästinensischen Minderjährigen aufzudecken, teilte die Organisation mit.
Seit mehr als 30 Jahren vertritt Kusmar palästinensische Kinder und Jugendliche vor israelischen Militärgerichten. Zudem leitete er die Menschenrechtsorganisation Defense for Children International – Palestine (DCIP), die Minderjährigen und ihren Familien rechtlichen Beistand gewährte.
Israel warf DCIP Verbindungen zu terroristischen Organisationen vor. Mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, kritisierten zunächst, dass Israel dafür keine stichhaltigen Beweise vorgelegt habe. Später stellte die deutsche Regierung jedoch die finanzielle Unterstützung ein. Im Frühjahr 2026 löste sich DCIP auf.
Nach Angaben von Amnesty International war Kusmar wegen seiner Menschenrechtsarbeit wiederholt Repressionen und Einschüchterungen durch israelische Behörden ausgesetzt. Der israelische Geheimdienst habe ihm eine lange Haftstrafe angedroht. Die Vorwürfe konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Der Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland ist mit 20'000 Euro (rund 18'600 Franken) dotiert. Er wird alle zwei Jahre verliehen, in diesem Jahr zum 13. Mal. (sda/ hz)