Oxfam-Bericht

Europas Grosskonzerne treiben Ungleichheitskrise an

Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat die 100 umsatzstärksten europäischen Unternehmen unter die Lupe genommen. Das Fazit: Sie verstärken die soziale Kluft und ökologische Krise.

Mit ihren Geschäftspraktiken verschärfen die grössten europäischen Unternehmen laut Oxfam die Ungleichheit in Gesellschaft und Politik. Für einen Bericht untersuchte die Entwicklungs- und Hilfsorganisation die 100 umsatzstärksten europäischen Unternehmen. Sowohl sozial und politisch als auch wirtschaftlich und ökologisch befeuerten die Konzerne die Ungleichheitskrise, wirft Oxfam den Grossunternehmen anhand von Daten aus den Jahren 2022 bis 2024 vor.

In dieser Zeit hätten Aktionäre und Aktionärinnen der 100 untersuchten Konzerne im Schnitt mehr als zwei Drittel der Gewinne erhalten. Sechs Unternehmen, darunter der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer und der Schweizer Bergbau- und Rohstoffkonzern Glencore, hätten 2024 sogar Dividenden ausgeschüttet, obwohl sie Verluste machten. Die CEOs der 100 Unternehmen hätten 2024 im Durchschnitt das 78-Fache des durchschnittlichen Einkommens ihrer Angestellten bekommen.

Mit Blick auf die Umwelt heisst es in dem Bericht weiter, 2024 hätten knapp die Hälfte der Konzerne 32-mal mehr an Aktionäre ausgeschüttet, als sie in den ökologischen Wandel investierten. Im gleichen Jahr hätten die 100 Unternehmen zusammen rund 26 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verursacht.

Mit milliardenschweren Dividenden, masslosen CEO-Vergütungen oder vernachlässigten Investitionen in den ökologischen Wandel trügen die Konzerne zur sozialen und ökologischen Krise bei, erklärte Oxfam-Referentin Leonie Petersen. «Das ist kein zufälliges Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklungen, sondern Ausdruck eines Systems, das zu einem enormen Einfluss von Grosskonzernen und der Konzentration von Milliardenvermögen führt», betonte sie. (epd/ gab)

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