WEF

Oxfam fordert höhere Steuern für Konzerne und Reiche

Befeuert durch die Corona-Pandemie, nimmt die Ungleichheit zwischen arm und reich weiter zu. Deshalb möchte die NGO Oxfam Abgaben wie die Vermögenssteuer wieder einführen.

Zur Bekämpfung der weltweiten Ungleichheit sollen Konzerne und besonders vermögende Menschen mehr abgeben müssen. Das hat die Organisation Oxfam zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums (WEF) gefordert.

«Es ist nicht hinnehmbar, dass Konzerne und die dahinter stehenden Milliardärinnen und Milliardäre Rekordgewinne einfahren, während Millionen Menschen Mahlzeiten ausfallen lassen müssen, die Heizung abdrehen und mit ihren Rechnungen im Rückstand sind», sagte Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland.

Regierungen müssten dringend gegensteuern und Konzerne sowie Superreiche in die Pflicht nehmen. Für Deutschland beispielsweise forderte Oxfam die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Ausserdem sei eine einmalige Abgabe auf sehr hohe Vermögen und eine Übergewinnsteuer für Konzerne angesagt.

Zu Beginn der WEF-Jahrestagung in Davos stellte die kapitalismuskritische Organisation einen Bericht zu den Profiteuren der globalen Krisen vor. Demnach haben die Corona-Pandemie und steigende Preise für Energie und Lebensmittel zuletzt Armut und soziale Ungleichheit befeuert.

Weltweit sei mehr als eine Viertelmilliarde Menschen gefährdet, in diesem Jahr in extreme Armut abzurutschen. Ärmere Länder drohten zudem mehr und mehr, unter ihrer Schuldenlast zu ersticken. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre auf der Welt seit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 laut Oxfam deutlich, ihr Vermögen stieg demnach um 42 Prozent. (sda/bat)