Österreich

Fast die Hälfte will Religionsunterricht abschaffen

Beinahe die Hälfte der österreichischen Bevölkerung will nicht länger am Religionsunterricht festhalten. Viel Rückhalt hat hingegen der Ausbau des Ethikunterrichts. Das zeigt eine neue Umfrage.

In Österreich hat der Religionsunterricht zunehmend einen schweren Stand. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Market im Auftrag der Tageszeitung «Der Standard» sprechen sich 48 Prozent der Bevölkerung für eine Abschaffung aus. Stattdessen soll ein gemeinsamer Ethikunterricht stattfinden.

Besonders gross ist laut der Studie die Ablehnung bei den Jüngeren. Sowohl bei den unter 29-Jährigen wie auch bei den 30- bis 49-Jährigen befürwortet eine Mehrheit den Ersatz des Religionsunterrichts durch einen Ethikunterricht. Demgegenüber wollen 52 Prozent der über 50-Jährigen am Religionsunterricht festhalten.

Die Befragten äusserten sich auch zu einem zusätzlichen Ethikunterricht, der parallel zum Religionsunterricht stattfinden könnte. Eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent hält diese Idee für «sinnvoll» oder sogar «sehr sinnvoll».

Auch eine stärkere staatliche Kontrolle des islamischen Religionsunterrichts stösst auf breite Zustimmung: 79 Prozent der Befragten befürworten sie. Hier ist die Zustimmung bei ÖVP-Wählerinnen und -wählern (93 Prozent) sowie bei FPÖ-Unterstützern (91 Prozent) besonders gross. Am niedrigsten ist sie bei SPÖ-Wählerinnen und -wählern: Aber auch dort beträgt sie noch rund zwei Drittel.

Laut Statistik Austria gehörten 2021 rund 55 Prozent der österreichischen Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Gut 22 Prozent waren konfessionslos. Musliminnen und Muslime stellten mit rund 8 Prozent die grösste nichtchristliche Religionsgemeinschaft. Evangelisch waren knapp 4 Prozent. (no)

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