Thurgau

Grosser Rat lehnt Islamverbot in Schulräumen ab

Kantonsparlamentarier der SVP, EDU und Mitte wollten, dass nur noch die beiden Landeskirchen Religionsunterricht in Schulräumen erteilen dürfen. Sie sind mit ihrer Motion gescheitert.

Der Grosse Rat des Kantons Thurgau hat sich an seiner heutigen Sitzung mit einer Motion zum Thema Religionsunterricht an der Volksschule beschäftigt. Parlamentarier der SVP, EDU und der Mitte forderten darin, dass Glaubensgemeinschaften ausserhalb der beiden Landeskirchen in Zukunft keinen Unterricht mehr in Räumen der öffentlichen Schule geben dürfen (ref.ch berichtete).

Den Motionären ging es dabei vor allem um den Islam. Sie argumentierten, dass der Islam keine Trennung zwischen Staat und Religion kenne und den Koran über die Verfassung stelle. Damit lasse er sich nicht mit dem Thurgauer Volksschulgesetz vereinbaren. Dieses schreibe vor, dass Kinder nach christlichen Grundsätzen und demokratischen Werten gefördert werden müssten.

Der Grosse Rat hat die Motion mit 73 zu 49 Stimmen abgelehnt, wie verschiedene Medien berichten. Vertreter der SP, FDP, Mitte, EVP und der Grünen warfen ihren Kollegen vor, ein Klima der Angst schaffen zu wollen. Zudem basiere die Motion auf Behauptungen und Misstrauen gegenüber dem Islam. Auch die Regierung hatte das Anliegen zur Ablehnung empfohlen. (pef)

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