Ostern

Eier, Lamm und Osterlachen: Fragen und Antworten rund um Ostern

Kinder suchen bunte Eier, Familien treffen sich zum Essen, in der Kirche wird die Osterkerze entzündet: Am 20. und 21. April feiern Christen Ostern.
Die Verbindung zwischen Eiern und Ostern reicht ins Mittelalter zurück. (Bild: Pexels)

Was feiern Christen an Ostern?

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: Nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz ist Jesus Christus von den Toten auferstanden. Gott schenkt neues Leben. Die Bibel erzählt, wie Frauen am Ostermorgen das leere Grab entdecken und dort Engel erscheinen, die Jesu Auferstehung verkünden. In den Tagen danach erscheint er seinen Jüngern beim Gang nach Emmaus. Das christliche Osterfest beendet die Passionszeit (Fastenzeit). Die biblische Erzählung steht in enger Verbindung mit dem jüdischen Pessach-Fest.

Wie wird gefeiert?

Nach der Trauer am Karfreitag wird in den Ostergottesdiensten der Sieg des Lebens über den Tod gefeiert und die Osterkerze entzündet. Viele Gemeinden versammeln sich bereits in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag, um mit einem Osterfeuer, Kerzen und dem Sonnenaufgang Licht, Leben und Auferstehung symbolisch zu erleben. In vielen Familien und Kirchengemeinden gehören gemeinsame Osterfrühstücke mit bunt gefärbten Eiern und geschmückte Ostersträusse dazu. Höhepunkt für die Kinder ist das Ostereiersuchen.

Übrigens: Humor war lange ein wichtiger Bestandteil des Ostergottesdienstes. Ab dem späten Mittelalter erzählten manche Pfarrer im Ostergottesdienst von der Kanzel herab Witze, um die Menschen zum Lachen zu bringen und die Osterfreude zu wecken. Die Reformatoren forderten allerdings mehr Ernst in den Gottesdiensten. Im 19. Jahrhundert verschwand der Brauch wieder. Einige Pfarrpersonen lassen ihn nun wieder aufleben.

Warum gehören Eier zum Osterbrauchtum?

Im Mittelalter bezahlten viele Menschen ihre Pachtschulden mit Eiern. Ein Zahltag fiel auch auf die Osterzeit. Daraus entwickelte sich der Brauch, Ostereier zu verschenken und zu sammeln. Das Ei gilt dabei als Symbol des Lebens und der Auferstehung. Christus hat das Grab und damit den Tod durchbrochen wie ein Küken die Schale seines Eis. In vielen Ländern werden Eier für Ostern gefärbt. Besondere Bedeutung hat das Osterei in den orthodoxen Kirchen. In Russland etwa schreibt man Eiern, die in Kirchen geweiht wurden, magische Fähigkeiten zu.

Woher kommt der Osterhase?

Wie und wo genau der Hase mit Ostern verbunden wurde, ist nicht geklärt. Feststeht, dass Hasen besonders viele Jungen bekommen und deshalb seit der Antike als Symbol der Fruchtbarkeit dienen. In der byzantinischen Ikonografie standen Hasen auch für Jesus, der durch seinen Tod das Leben gebracht hat. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gewann der Osterhase an Popularität. Laut dem Branchenverband Chocosuisse werden in der Schweiz jährlich etwa 20 Millionen Schokohasen hergestellt.

Was hat das Lamm mit Ostern zu tun?

Das Lamm steht für das Sterben Jesu am Kreuz. «Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt», heisst es im Johannes-Evangelium. Schon in der Antike waren junge Schafe klassische Opfertiere. Juden schlachten zum Pessach-Fest ein Lamm. Das Gleichnis vom Lamm Gottes, dem Agnus Dei, ist das ganze Kirchenjahr über in den christlichen Gottesdiensten bei der Abendmahlfeier präsent, in der die Gemeinde bittet: «Christe, Du Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt, erbarme Dich unser.»

Warum ist Ostern jedes Jahr an einem anderen Datum?

Im Jahr 325 bestimmte das kirchliche Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22. März und dem 25. April begangen. In diesem Jahr fällt Ostern auf den 20. und 21. April. Damit wird es 2025 ausnahmsweise am selben Termin gefeiert wie das orthodoxe Osterfest. (pef)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema