Orthodoxe Kirche

Ostern im Zeichen von Krieg und Sicherheits­massnahmen

In Jerusalem feiern orthodoxe Christinnen und Christen Ostern unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Derweil greift Russland die Ukraine mit Kampfdrohnen an.

Ein Priester segnet während der Osterfeier Monteure einer ukrainischen Brigade in der Region Dnipropetrovsk. (Bild: Francisco Seco / Keystone)

Mit der Weitergabe des «Heiligen Feuers» hat die orthodoxe Kirche in der Jerusalemer Grabeskirche den Auftakt zum orthodoxen Osterfest gefeiert. Tausende Menschen nahmen an der Zeremonie teil. Dabei entzündete Patriarch Theophilos III. von Jerusalem ein Bündel Kerzen am «Heiligen Feuer» in einer kleinen Kapelle im Zentrum der Grabeskirche, an deren Stelle das Grab Jesu vermutet wird. Anwesende gaben das Feuer anschliessend von Kerze zu Kerze weiter.

Nach Überzeugung der orthodoxen Gläubigen entzündet sich das Feuer jedes Jahr am Nachmittag des Karsamstags ohne natürlichen Ursprung aus dem Inneren des Steins, auf dem Jesus auferweckt worden sein soll. Vom Grab Jesu wird es an orthodoxe Gemeinden in aller Welt weitergegeben. Kritiker vermuten allerdings einen natürlichen Ursprung des Feuers durch chemische Pulver oder Flüssigkeiten.

Zugang zur Grabeskirche beschränkt

Die Zeremonie verlief friedlich und ohne Zwischenfälle unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Hunderte von Jerusalemer Polizeibeamten waren mit Unterstützung der Grenzpolizei seit den Morgenstunden in der Altstadt im Einsatz. Aus Sicherheitsgründen war der Zutritt zur Grabeskirche laut Polizei auf 1800 Personen beschränkt worden. Mehrere Blockaden an den Zugängen versperrten den Weg.

Die Zutrittsgenehmigungen für das Gelände waren bereits vor der Zeremonie erteilt worden. Da nicht alle Besucher im Voraus über das Vorgehen informiert waren, kam es an vielen Absperrungen zu Gedränge und Unruhe. Die Polizei errichtete Bereiche mit Schirmen und Stühlen für die wartenden Personen ohne Genehmigung.

Kampfdrohnen an Ostern

Währenddessen hat Russland das Nachbarland Ukraine auch zum orthodoxen Osterfest mit Angriffen überzogen. Von 24 Kampfdrohnen habe die eigene Flugabwehr in der Nacht 23 abschiessen können, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Trotzdem wurden Zerstörungen gemeldet. In der Region Dnipropetrowsk etwa beschädigten herabstürzende Trümmerteile laut Behördenvertretern mehrere Gebäude und lösten Brände aus. In der Metropole Charkiw im Osten wurden Medienberichten zufolge mehrere Menschen verletzt und Privathäuser beschädigt.

Sowohl in Russland als auch in der Ukraine feiern viele orthodoxe Christen nach dem julianischen Kalender Ostern erst am 5. Mai. Andere christliche Feiertage hingegen hat das angegriffene Land im Zuge des Angriffskriegs an den Kalender westlicher Kirchen angepasst. So ist Weihnachten mittlerweile vom 7. Januar auf den 25. Dezember vorverlegt worden.  (epd/ sda/ no)