Österreich entschuldigt sich für Verfolgung von Homosexuellen

Noch bis in die 70er-Jahre wurden in Österreich Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verurteilt. Die Politik hat nun ihr Bedauern darüber ausgedrückt.

Österreichs Justizministerin Alma Zadic hat sich stellvertretend für die Justiz des Landes für die einstige strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen entschuldigt.

«Ich möchte mein tief empfundenes Bedauern für das Leid und das Unrecht, das ihnen widerfahren ist, ausdrücken», sagte die Grünen-Politikerin Zadic am 7. Juni in Wien. «Diese Menschen wurden von Institutionen, die sie eigentlich hätten schützen sollen, in ihrer Würde und in ihrem Menschsein verletzt.» Sie entschuldige sich auch für das lange Schweigen der Justiz.

Nach Angaben des Historikers Andreas Brunner wurden in Österreich von 1950 bis 1971 mehr als 13'000 Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verurteilt. Erst danach sei das Verbot gleichgeschlechtlicher Sexualkontakte nach und nach gelockert worden, so die Ministerin. Zadic kündigte auch die Schaffung einer «würdigen» Gedenkmöglichkeit an. Weiterhin seien Lesben, Schwule und Transmenschen von Hass und Gewalt betroffen. Es seien noch mehr Aufklärung, Dialog und Schutz nötig. (sda/bat)