Neutestamentler Ulrich Luz ist tot

Viele Jahre prägte Ulrich Luz die Theologische Fakultät der Universität Bern. Nun ist der international bekannte Neutestamentler im Alter von 81 Jahren gestorben.


Der bekannte evangelische Theologe und Neutestamentler Ulrich Luz ist am 13. Oktober im Alter von 81 Jahren gestorben. Dies teilte die Theologische Fakultät der Universität Bern mit. Die Universität verliere einen «innovativen, international angesehenen Forscher und engagierten Lehrer», der Generationen von Theologen und Pfarrerinnen geprägt habe, heisst es in der Mitteilung.

Der im zürcherischen Männedorf geborene Luz studierte evangelische Theologie in Zürich, Göttingen und Basel und habilitierte mit einer Arbeit über Apostel Paulus. Kurze Zeit war er Pfarrer in Zürich-Seebach. Von 1980 bis zu seiner Pensionierung war Luz Professor für Neues Testament an der Universität Bern. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörte das Matthäus-Evangelium, zu dem er einen vierbändigen Kommentar schrieb.

Austausch mit Kirchen des Ostens

Daneben interessierte er sich für den christlich-jüdischen Dialog, japanische Philosophie und Theologie, Buddhismus, Ökumene und die orthodoxe Tradition. Ein besonderes Anliegen sei ihm der Austausch mit den Kirchen des Ostens gewesen, schreibt die Universität Bern. Am Ende seines Lebens vermachte Luz einen Teil seiner Bibliothek der orthodoxen Theologischen Fakultät in Belgrad.

Luz erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktortitel. Zu seinem 80sten Geburtstag im vergangenen Jahr veranstalteten die Theologischen Fakultäten der Universitäten Bern und Basel ein internationales Symposium zu seinen Ehren. Luz publizierte bis ins hohe Alter. Zuletzt erschien von ihm eine Einführung in das Neue Testament für Nicht-Theologen. (no)