Flut in Nepal
Auch eine Schweizer Person unter den Vermissten
In Folge der Sturzflut im Gebiet zwischen Nepal und China hat die Tourismusbehörde in Nepal auch eine vermisste Person mit Schweizer Staatsbürgerschaft gemeldet. Die Hilfswerke Helvetas und das Rote Kreuz starten Nothilfe-Aktionen und haben erste Gelder gesprochen.
Die meisten Vermissten sind indischer oder nepalesischer Staatsangehörigkeit. Unter den zahlreichen ausländischen Vermissten befindet sich gemäss der Behörde auch eine Person aus der Schweiz. Mehrere Dutzend sind vermisste Staatsangehörige aus Australien, Kanada, Malaysia, Grossbritannien, den USA und der Ukraine.
Dem Schweizerischen Aussendepartement (EDA) lagen zuvor keine Informationen über Schweizer Opfer der Sturzflut vor. Entsprechende Abklärungen seien im Gange. Die Schweizer Vertretung in Kathmandu stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort, wie das EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Schweizerische Staatsangehörige vor Ort sollen die Anweisungen der lokalen Behörden befolgen.
Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich auf X «tief getroffen von den verheerenden Überschwemmungen» und gedachte der Opfer und ihrer Familien. Die Schweiz stehe solidarisch mit allen Betroffenen und mit allen, die unermüdlich arbeiteten, um die Gemeinschaft vor Ort zu unterstützen, schrieb er weiter.
Schweizer Hilfswerke leisten Nothilfe
Die Schweizer Hilfswerke Helvetas und das Rote Kreuz haben nun Nothilfemassnahmen eingeleitet. Zur Finanzierung der Hilfe starteten beide Organisationen in der Schweiz einen Spendenaufruf.
Die Hilfsorganisation Helvetas hat ein Team in das Katastrophengebiet entsandt. Die lokalen Mitarbeitenden sollen das Ausmass der Schäden abklären und die Nothilfe vorbereiten, wie Helvetas am Donnerstag mitteilte. Dafür setzt die Organisation 100'000 Franken ein. Im Vordergrund stehe die Versorgung der Bevölkerung mit Notunterkünften, Trinkwasser und Hygieneartikeln.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) stellt zusammen mit dem Bund weitere 50'000 Franken für Nothilfe zu Verfügung. Das SRK halte sich bereit, das lokale Rote Kreuz, das seit den ersten Stunden im Einsatz stehe, «mit Fachpersonal und weiteren Hilfsgeldern zu unterstützen».
Mehr als 1300 Vermisste
Am Mittwoch hatten gewaltige Schlamm- und Gesteinsmassen in der Gebirgsregion zwischen Nepal und dem Südwesten Tibets entlang des Flusses Bhotekoshi eine Schneise der Verwüstung geschlagen.
Die nepalesische Katastrophenschutzbehörde vermutet nach ersten Analysen von Satellitenbildern, dass eine Gletscherlawine zunächst einen Zufluss des Bhotekoshi blockiert haben könnte, der im Hochland von Tibet entspringt, wie die «Kathmandu Post» berichtete. Dadurch habe sich ein See gebildet, der anschliessend über die Ufer getreten sei. Eine Flutwelle aus Wasser, Eis und Geröll habe sich dann flussabwärts in den Himalaya-Staat hinabgewälzt.
Behördenangaben zufolge sei die Zahl der Vermissten allein in Nepal auf 826 gestiegen. Damit steigt die Gesamtzahl der Vermissten in Nepal und in China auf mehr als 1300. Unter den Vermissten befinden sich auch zahlreiche Touristen. Die betroffene Region gilt als beliebtes Wandergebiet und als Ziel von buddhistischen und hinduistischen Pilgern, die über Nepal zum heiligen Berg Kailash in Tibet wollen. (sda/ dst)