Myanmar
Nach dem Erdbeben kommt der Regen
Zehn Tage nach dem schweren Erdbeben in Myanmar steigt die Zahl der Toten weiter. Bislang seien 3514 Leichen gefunden worden und 210 Menschen würden noch vermisst, teilte die regierende Militärjunta mit. Die meisten Opfer gab es demnach rund um die zweitgrösste Stadt Mandalay, wo mehr als 2100 Einwohner ums Leben kamen. Helferinnen und Augenzeugen befürchten, dass die wahre Zahl der Toten noch viel höher sein könnte.
Hinzu kommen seit dem Wochenende schwere Regenfälle, die die Arbeit der Helfer behindern und die Situation für die Betroffenen noch dramatischer machen. Unter anderem wurden Medienberichten zufolge Zelte und provisorische Kliniken, die von internationalen Teams errichtet wurden, von Regen und heftigem Wind zerstört. Auch drohten Überschwemmungen und Erdrutsche, schrieb die Zeitung «The Irrawaddy» unter Berufung auf örtliche Meteorologinnen und Meteorologen. Im früheren Birma steht die Regenzeit bevor.
Für die Vermissten gibt es der Militärführung zufolge derweil keine Hoffnung mehr. Ein Junta-Sprecher sagte, dass die Rettungseinsätze abgeschlossen seien und nun die Aufräumarbeiten beginnen würden. Dem Nachrichtenportal «Myanmar Now» zufolge sind die Leichenhallen überfüllt. Massen-Einäscherungen im Freien seien an der Tagesordnung.
Die Zerstörung ist so gewaltig, dass etwa die schwer betroffene Stadt Sagaing zu 80 Prozent zerstört sein soll, wie «The Irrawaddy» berichtete. Häufige Internetausfälle erschweren es derweil weiterhin, gesicherte Informationen zu erhalten. (sda/ dst)