Muslimische Seelsorger bleiben in Bundesasylzentren
Muslimische Seelsorge können in den Bundesasylzentren dauerhaft Asylsuchende betreuen. Der Bund hat nach einem einjährigen Pilotprojekt die reguläre Fortführung des Angebots beschlossen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte.
In den vier Asylregionen Zürich, Westschweiz, Ostschweiz sowie Tessin und Zentralschweiz arbeiten insgesamt sechs muslimische Seelsorgende, darunter eine Frau. Daneben sind in den Zentren auch christliche Seelsorger und Seelsorgerinnen tätig.
Die Kosten für die muslimische Seelsorge belaufen sich auf rund 450'000 Franken pro Jahr. Das Geld in der Pilotphase stammte aus dem Betriebskredit der Bundesasylzentren. Um die Finanzierung langfristig sicherzustellen, will das SEM die Rechtsgrundlage im Asylgesetz präzisieren. Eine revidierte Vorlage des Asylgesetzes befindet sich seit dem 25. Januar in der Vernehmlassung.
Das Pilotprojekt habe zu überaus positiven Ergebnissen geführt, teilte das SEM mit. Muslimische Seelsorgende stellten für die Asylzentren eine wertvolle Ressource dar. Die Asylsuchenden nähmen die Dienstleistung gerne in Anspruch. Das Personal der Zentren schätze die religiösen, kulturellen und sprachlichen Kompetenzen der Seelsorgenden.
In den Asylzentren des Bundes ist die Zahl von Aggressionen, Drohungen, Belästigungen und weiteren Vorfällen im Verhältnis zur Anzahl von Asylsuchenden im vergangenen Jahr gesunken. Das SEM führte die Entwicklung gemäss Angaben von letzter Woche unter anderem auf das Präventionsangebot zurück. Zu diesem zählen etwa Beauftragte für Konfliktprävention sowie die muslimischen Seelsorgenden. (sda/bat)