Krieg im Nahen Osten

Molotow-Cocktails auf jüdische Demo in den USA

Ein Mann hat eine jüdische Gruppe angegriffen, die für die Rückkehr der israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas demonstrierte. Zwölf Menschen wurden verletzt, darunter eine Überlebende des Holocaust.

Nach einem Angriff mit Brandsätzen auf eine jüdische Demonstration im US-Bundesstaat Colorado ist die Zahl der Verletzten auf zwölf gestiegen. Der mutmassliche Täter hatte die Attacke mit Molotow-Cocktails nach eigenen Angaben von langer Hand geplant und zeigte sich ohne jede Reue. Ermittlern zufolge hatte der Angreifer noch 16 weitere Brandsätze vorbereitet, die jedoch nicht zum Einsatz kamen.

Der Mann hatte in der Kleinstadt Boulder eine Gruppe von Demonstrierenden attackiert, die mit ihrer Versammlung auf jene israelischen Geiseln aufmerksam machen wollten, die noch in der Hand der islamistischen Hamas im Gazastreifen sind. Die Opfer der Attacke im Bundesstaat Colorado waren zum Teil über 80 Jahre alt. Aus dem Justizministerium hiess es, unter ihnen sei auch eine Holocaust-Überlebende.

Den Ermittlern zufolge warf der Angreifer zwei Molotow-Cocktails in die Gruppe und rief die propalästinensische Parole «Free Palestine». Zeugen zufolge benutzte der Mann bei dem Angriff auch eine Art Flammenwerfer. Mehrere Menschen erlitten Verbrennungen.

Illegal in den USA

Der Tatverdächtige wurde noch am Tatort festgenommen. Medienberichten zufolge ist er Ägypter. Nach Angaben aus dem Weissen Haus hielt er sich ohne gültiges Visum in den USA auf. Sein Touristenvisum sei abgelaufen.

Laut Ermittlern gab der 45-Jährige während des Verhörs an, dass er ursprünglich eine Waffe haben kaufen wollen – ohne Aufenthaltsstatus aber keine bekommen habe. Daraufhin habe er im Internet recherchiert, wie Molotow-Cocktails hergestellt werden, und sich die nötigen Materialien beschafft.

Von langer Hand geplant

In einem Gerichtsdokument des Justizministeriums mit Details zu der Befragung des Mannes hiess es: Der Mann habe keinerlei Reue gezeigt, sondern klargemacht, dass er einen solchen Angriff wieder begehen würden. Er habe die Tat ein Jahr lang geplant und mit der Umsetzung gewartet, bis seine Tochter ihren Abschluss gemacht habe.

Erst vor anderthalb Wochen hatte eine tödliche Attacke in der US-Hauptstadt Washington weltweit Entsetzen ausgelöst: Zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft wurden dort vor dem Jüdischen Museum erschossen. Der mutmassliche Schütze begründete die Tat laut einem Gerichtsdokument mit seiner Unterstützung für die Palästinenser während des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen. Auch er hatte am Tatort «Free Palestine» gerufen.

Seit dem Überfall der Hamas und anderer islamistischer Terroristen auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die Zahl antisemitischer Vorfälle in den USA stark zugenommen. Der Angriff, bei dem damals etwa 1200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden, war Auslöser des Gaza-Krieges zwischen Israel und der Hamas. (sda/ dst)

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema