Militärputsch in Myanmar hat verheerende Folgen für Kinder

Der Konflikt in Myanmar trifft Kinder und Jugendliche besonders hart. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit dem Putsch vor einem halben Jahr mindestens 75 Kinder getötet worden. Zudem mangelt es an Nahrung und medizinischer Versorgung.

Der Konflikt zwischen Militär und Zivilgesellschaft in Myanmar hat bereits Hunderte von Opfern gefordert. Besonders betroffen sind laut Angaben der Vereinten Nationen Kinder und Jugendliche. Rund sechs Monate nach dem Militärputsch seien mindestens 75 Kinder getötet und mehr als 1’000 verhaftet worden, erklärte die Vorsitzende des UN-Kinderrechtekomitees, Mikiko Otani, am 16. Juli in Genf. Unzähligen weiteren verweigere die Militärjunta medizinische Versorgung und Bildung. Hinzu komme der mangelnde Zugang zu Trinkwasser und Nahrungsmitteln, insbesondere in den ländlichen Regionen.

Zu den Opfern gehörten demnach unter anderem ein sechs- und ein fünfjähriges Mädchen. Kinder seien täglich Gewalt, Erschiessungen und willkürlichen Festnahmen ausgesetzt. «Es werden Waffen auf sie gerichtet», sagte Otani.

Impfungen und Nahrung vorenthalten

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef werden etwa einer Million Kinder wichtige Impfungen vorenthalten. Mehr als 40’000 akut unterernährte Kinder würden zudem nicht mehr entsprechend versorgt. Otani warnte vor den langfristigen gesundheitlichen, psychischen und emotionalen Folgen der Gewalt. Wenn die Krise anhalte, bestehe die Gefahr, dass den Kindern eine gesunde und gute Zukunft geraubt werde, sagte sie.

Laut der Hilfsorganisation für politische Gefangene AAPP wurden seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 912 Menschen bei Protesten getötet. Fast 6’770 Personen wurden demnach festgenommen, die meisten sitzen immer noch hinter Gittern. Dem Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen liegen nach eigenen Angaben glaubwürdige Berichte darüber vor, dass das Militärregime Krankenhäuser, Schulen und religiöse Einrichtungen besetzt hält und anschliessend verwüstet. (epd/no)