Migration

Papst fordert auf Kanaren «sichere und legale Wege» für Flüchtlinge

Papst Leo XIV. hat sich auf Gran Canaria mit humanitären Hilfsorganisationen getroffen. Das Sterben auf See bei irregulärer Migration müsse gestoppt werden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche sinngemäss. Die internationale Gemeinschaft müsse zusammenarbeiten.
Gedenken an die Opfer auf See: Der Papst legt in einem kanarischen Hafen einen Kranz nieder für die Menschen, die bei der Flucht über das Meer ums Leben gekommen sind. (Bild: Carlos de Saa/ Keystone/ EPA/ EFE)

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch auf den Kanarischen Inseln «sichere und legale Wege» für Migration gefordert. Die Menschenwürde erfordere dies, sagte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken am Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria.

Es reiche nicht aus, «Ankünfte zu verwalten, Zahlen zu verteilen, Grenzen verstärkt zu sichern oder Todesfälle zu beklagen, wenn sie bereits eingetreten sind.»

Bedingungen prekär

Die Kanaren sind seit vielen Jahren ein Hotspot der Fluchtbewegung von Afrika über den Atlantik nach Europa. Insbesondere zwischen 2020 und 2024 prägte das Phänomen die Inseln.

Symbol der humanitären Notlage wurde der Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria - der «Muelle de la Vergüenza», der «Quai der Schande». Dort harrten im August 2020 zeitweise fast 3.000 Menschen unter prekären Bedingungen aus, obwohl der Bereich nur für etwa 500 Personen ausgelegt war.

An jenem Hafen im Süden von Gran Canaria, nur eine halbe Stunde Autofahrt vom Urlaubsort Maspalomas entfernt, traf der Papst nun kürzlich angekommene Migranten sowie Vertreter der Kirche und humanitärer Organisationen, die sie betreuen und bei ihrer Integration in die spanische Gesellschaft unterstützen.

Papst: «Meere werden zu Friedhöfen ohne Grabsteine»

Gleichzeitig bezeichnete Leo das Flüchtlingsdrama als Gewissensprüfung vor allem für Europa, «das nicht die Menschenwürde proklamieren kann und sich dabei nicht daran gewöhnen darf, dass das Mittelmeer und der Atlantik zu Friedhöfen ohne Grabsteine werden.» Die internationale Gemeinschaft rief er bei diesem Thema zu einer «wirksamen und beharrlichen Zusammenarbeit» auf.

Er hoffe, die Stimme der Migranten erreiche diejenigen, die in dieser Frage entscheidende Verantwortung trügen - etwa zivile Behörden, Parlamente, Regierungen und internationale Organisationen. Jedes Boot, das ankomme, bringe nicht nur Migranten mit sich, sondern auch eine zentrale Frage an alle: «Welche Welt haben wir geschaffen, wenn so viele Brüder und Schwestern den Tod riskieren müssen, um Leben zu suchen?» (sda/ jow)

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